CDU-Außenpolitiker Armin Laschet warnt angesichts der Grönland-Ambitionen der USA vor einem Zerbrechen der Nato. Er glaube zwar nicht, dass es zu einer militärischen Auseinandersetzung kommen werde, „aber der Druck nimmt zu. Darauf muss sich Europa einstellen“, sagte Laschet der Funke Mediengruppe.
Auf die Frage, ob Dänemark auf den Beistand der europäischen Partner zählen könnte, wenn es zum Äußersten käme, antwortete Laschet: „Wir müssen den Amerikanern in diplomatischen Gesprächen deutlich machen, dass ein militärisches Vorgehen gegen ein kleines Nato-Land das letzte Vertrauen in die Allianz zerstören würde.“ Ein Ende der Nato könne nicht im Interesse Washingtons sein. „Eines ist jedenfalls klar: Die Europäer könnten nicht in einen Krieg gegen die USA ziehen“, sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag.
Laschet verwies auf die neue geostrategische Bedeutung der Insel, die zum Königreich Dänemark gehört. „Das schmelzende Eis öffnet Schifffahrtswege. Immer mehr russische und chinesische Kriegs- und Handelsschiffe sind dort zu sehen.“ Diese Herausforderung könnte die Nato gemeinschaftlich annehmen, ohne dass die USA sich Grönland einverleibten.
US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt wieder mehrfach deutlich gemacht, dass er die größte Insel der Erde unter Kontrolle der Vereinigten Staaten bringen will. Für Beunruhigung sorgen Trumps Äußerungen vor allem, weil er auch militärischen und wirtschaftlichen Zwang nicht ausschloss, um Kontrolle über Grönland zu erlangen. Die Insel ist zu vier Fünfteln mit Eis bedeckt und sechsmal so groß wie Deutschland, hat aber nur knapp 57.000 Einwohner. Durch die Anbindung an das Königreich Dänemark ist Grönland Teil der Nato.
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