Nach militärischen Drohungen von US-Präsident Donald Trump hat der iranische Parlamentspräsident den USA mit Vergeltung gedroht. „Im Falle eines militärischen Angriffs durch die USA werden sowohl das besetzte Gebiet als auch die Zentren des US-Militärs und die Schifffahrt unsere legitimen Ziele sein“, sagte Mohammad Bagher Ghalibaf am Sonntag in einer im Staatsfernsehen übertragenen Rede. Mit „besetztem Gebiet“ bezog sich Ghalibaf offenbar auf Israel, dessen Existenzrecht die Führung in Teheran nicht anerkennt.

US-Präsident Trump hatte in den vergangenen Tagen mehrfach mit einem militärischen Eingreifen der USA im Iran gedroht, falls dessen Sicherheitskräfte gewaltsam gegen Protestierende vorgehen sollten.

Menschenrechtsorganisationen zufolge wurden seit Beginn der Demonstrationen Ende Dezember bereits mehr als 120 Menschen getötet, die Führung der islamischen Republik verhängte am Freitag eine landesweite Internetsperre. Videos zeigen unter anderem, wie Familien ihre Toten suchen, die in einer Halle mit Leichensäcken untergebracht sind.

Trump hatte der autokratischen Führung in Teheran in den vergangenen Tagen mehrfach mit einem Militäreinsatz gedroht. Einem Bericht der „New York Times“ zufolge wurde der US-Präsident bereits über Optionen für mögliche militärische Angriffe auf den Iran informiert. Demnach hat Trump noch nicht endgültig über einen Angriff entschieden. Im vergangenen Juni hatten die USA bereits Atomanlagen im Iran bombardiert.

Trotz der nahezu vollständigen Internetsperre gab es nach Angaben des Menschenrechtsnetzwerks „Hana Human Rights“ mit Sitz in den USA am Samstagabend erneut Demonstrationen in 185 Städten des Landes.

Die Organisation verbreitet Videos von chaotischen Straßenszenen bei den Protesten, in denen sich die Demonstranten wehren und Sicherheitspersonal entwaffnet wird. Die Echtheit der Videos lässt sich allerdings nicht unabhängig überprüfen.

Die Proteste im Iran hatten sich Ende Dezember zunächst an der schlechten Wirtschaftslage entzündet, inzwischen richten sie sich gegen die autokratische Führung des Landes. Die Behörden gehen hart gegen die Protestierenden vor, nach Angaben von Aktivisten wurden bereits dutzende Menschen getötet.

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