Nach dem Bekanntwerden des Skandals um Sexismus bei den Fallschirmjägern im westpfälzischen Zweibrücken drängt die Antidiskriminierungsbeauftragte des Bundes, Ferda Ataman, die Verantwortlichen der Bundeswehr, entschieden gegen Sexismus in der Truppe vorzugehen. „Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz ist verboten und eine Form von Diskriminierung“, sagte sie dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“: „Ich erwarte hier von der Bundeswehr, was für jeden anderen Arbeitgeber gilt: Sie muss ihre Beschäftigten vor Belästigung schützen.“
Ataman warnte zudem davor, dass sonst auch die Rekrutierung junger Menschen im Rahmen des neuen Wehrdienstes erschwert werde. „Sexuelle Belästigung und Diskriminierung sind nicht nur dienstwidrig, sondern schaden auch dem Ansehen der gesamten Streitkräfte, die gerade jetzt junge Menschen für den Wehrdienst gewinnen wollen“, betonte sie: „Eine Kultur des Wegsehens darf es daher nicht länger geben.“ Ataman leitet die Antidiskriminierungsstelle des Bundes in Berlin.
Exhibitionismus und sexistische Sprache
Der Bundeswehr zufolge wird seit Monaten gegen 55 Angehörige des Fallschirmjägerregiments 26 in Zweibrücken wegen mutmaßlicher Fälle von Rechtsextremismus, sexualisierten Übergriffen und Drogenmissbrauch ermittelt. Drei Soldaten seien bereits entlassen worden, gegen 19 weitere sei die Entlassung eingeleitet worden.
Auslöser der Ermittlungen waren Eingaben von Soldatinnen des Fallschirmjägerregiments an den Wehrbeauftragten des Bundestages. Demnach wurden dort Frauen unter anderem mit sexuellem Fehlverhalten wie Exhibitionismus und sexistischer Sprache konfrontiert.
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