Der Bund soll aus der Sicht der SPD in Zukunft ohne den Umweg Staatsregierung direkt an die Kommunen Geld zahlen dürfen. „Die Schaffung einer solchen Möglichkeit käme jeder Kommune im Freistaat Bayern unmittelbar zugute“, heißt es in einem gemeinsamen Positionspapier der bayerischen SPD-Abgeordneten in Bundestag und Landtag. Das Papier soll am Mittwoch bei der Klausur der SPD-Fraktion in Bad Aibling beschlossen werden und liegt der Deutschen Presse-Agentur in München vor. An dem Treffen wird auch der Chef der SPD-Bundestagsfraktion, Matthias Miersch, teilnehmen.

„Zugegeben: Eine etwas unkonventionelle Lösung, die wir da gemeinsam mit der Landesgruppe vorschlagen. Aber die Kommunen wissen nun einmal selbst am besten, wo sie investieren müssen“, sagte Holger Grießhammer, Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion, der dpa in München. Deshalb sollten sie auch eigenverantwortlich entscheiden können – „die Bevormundung durch den Freistaat muss ein Ende haben“.

Hinter der Forderung der SPD steht der Vorwurf an die bayerische Staatsregierung, Fördergelder oder Zuschüsse des Bundes nicht im notwendigen Umfang an die Kommunen weiterzugeben. Als Beispiel nennt die SPD in dem Papier das 100 Milliarden Euro Sondervermögen des Bundes für Infrastruktur, von dem 15,7 Milliarden Euro nach Bayern gehen. „Mindestens 70 Prozent müssen an unsere Landkreise, Städte und Gemeinden weitergegeben werden. Unsere Kommunen wissen selbst am besten, wo dringend investiert werden muss“, so die SPD.

Das SPD-Papier fordert darüber hinaus von der Staatsregierung mehr Anstrengungen, um die Wirtschaft aus der gegenwärtigen Krise zu befreien: „Es braucht Strategien und Konzepte, die gemeinsam mit Gewerkschaften und Unternehmensverbänden entwickelt und umgesetzt werden. Aus dem Staatsministerium für Wirtschaft kommt hierfür zu wenig.“ Unter anderem brauche Bayern ein eigenes Tariftreuegesetz und einen „deutlich aufgestockten Transformationsfonds“.

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