Angesichts von erneuten Äußerungen von US-Präsident Donald Trump über eine Übernahme Kanadas durch die USA hat die kanadische Armee einem Medienbericht zufolge ein Modell für mögliche Reaktionen auf eine US-Invasion entwickelt. Das Modell basiere auf Taktiken, wie sie etwa in Afghanistan von Mudschaheddin oder Taliban gegen die sowjetischen beziehungsweise US-amerikanischen Streitkräfte angewandt wurden, berichtete die kanadische Tageszeitung „Globe and Mail“ am Dienstag unter Berufung auf zwei hochrangige kanadische Regierungsvertreter.
Wie die Zeitung berichtete, handelt es sich bei dem Modell um einen „konzeptionellen und theoretischen Rahmen, keinen militärischen Plan“. Die beiden nicht namentlich genannten Regierungsvertreter halten es demnach für unwahrscheinlich, dass Trump tatsächlich eine Invasion Kanadas anordnen würde.
Laut den von der kanadischen Armee in Betracht gezogenen Szenarien wären die US-Streitkräfte im Falle einer Offensive in der Lage, die wichtigsten strategischen Stellungen Kanadas in weniger als einer Woche oder sogar in nur zwei Tagen zu überwinden. In diesem Fall könnte die kanadische Gegenreaktion in Form eines Aufstands mit Hinterhalten und Guerillataktiken erfolgen.
Kanada verfüge weder über die erforderliche Anzahl an Soldaten noch über die hochentwickelte Ausrüstung der US-Armee, um einen konventionellen Angriff der USA abzuwehren, zitierte „Globe and Mail“ die Regierungsvertreter. Daher plane das Militär eine unkonventionelle Kriegsführung, bei der kleine Gruppen von „irregulären Militärangehörigen“ oder „bewaffneten Zivilisten“ auf Hinterhalte, Sabotage, Drohnenkriegführung oder Hit-and-Run-Taktiken zurückgreifen würden.
Immer wieder baut Trump Druck auf Kanada auf
Nach seiner Wiederwahl 2024 und während der ersten Monate seiner Amtszeit hatte Trump den nördlichen Nachbarn der USA wiederholt als 51. Bundesstaat bezeichnet und erklärt, dass Kanada von einer Fusion profitieren würde. Der kanadische Premierminister Mark Carney hatte Trumps territorialen Ambitionen vergangenen Mai eine klare Absage erteilt.
In der Nacht zum Dienstag veröffentlichte Trump dann in seinem Onlinedienst Truth Social ein mit Künstlicher Intelligenz (KI) generiertes Bild, das ihn hinter seinem Schreibtisch im Oval Office zeigt. Neben ihm ist eine Karte, auf der sich das US-Gebiet auf Venezuela, Kanada und Grönland erstreckt, was eine vollständige Übernahme der Länder durch die USA andeutet.
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