Das US-Justizministerium hat zahlreiche weitere Akten zu den Ermittlungen gegen den Sexualstraftäter Jeffrey Epstein veröffentlicht. Der stellvertretende Justizminister Todd Blanche sprach am Freitag von mehr als drei Millionen Dokumentenseiten. Die Akten, die auf der Website des Ministeriums hochgeladen wurden, enthalten nach Angaben aus Regierungskreisen etliche Dokumente, die bei einer ersten Veröffentlichung im Dezember noch zurückgehalten worden waren.
In den nun veröffentlichten Dokumenten werden erneut Microsoft-Mitbegründer Bill Gates, Milliardär Elon Musk und der ehemalige britische Prinz Andrew erwähnt, die bereits alle in früheren Veröffentlichungen auftauchten. Besonders schwer wiegen aber die Vorwürfe, die Epstein gegen Gates erhebt.
In einem E-Mail-Entwurf aus dem Jahr 2013 beschuldigt Epstein Gates, außerehelichen Sex gehabt zu haben. Er habe ihm geholfen, „Drogen“ zu beschaffen, damit dieser „mit den Folgen des Sex mit russischen Mädchen“ fertig werden könne. Im englischen Original könnte sich „drugs“ allerdings auch auf Medikamente beziehen, etwa gegen sexuell übertragbare Krankheiten.
„Du bittest mich inständig, die E-Mails bezüglich deiner Geschlechtskrankheit, deine Bitte, dir Antibiotika zu besorgen, die du heimlich Melinda geben kannst, und die Beschreibung deines Penis zu löschen“, heißt es in einem weiteren Entwurf.„Melinda“ dürfte sich auf Melinda French Gates beziehen, die Ex-Frau von Gates. Die Scheidung erfolgte im Jahr 2021.
Die Behauptungen sind unbestätigt und erst einmal nur das: Behauptungen. Dass Epstein und Gates Kontakt hatten, war bereits bekannt. Nach Darstellung des Milliardärs, der mit seiner Gates-Stiftung unter anderem den Kampf gegen Malaria fördert, ging es dabei um philanthropische Projekte.
Die nun veröffentlichten E-Mail-Entwürfe aus dem Jahr 2013 legen nahe, Gates habe eine Freundschaft oder den Kontakt zu Epstein abbrechen wollen. Wie US-Medien berichten, kam kurz zuvor ein Joint Venture der Bill und Melinda Gates Stiftung sowie der Bank JPMorgan Chase nicht zustande, auf das Epstein gedrängt und von dem er sich hohe Gewinne erhofft hatte.
Gates reagierte noch am Freitag über seine Stiftung auf die Anschuldigungen. Diese erklärte zu den E-Mail-Entwürfen, es handele sich dabei um „absolut absurde und vollkommen falsche Behauptungen“ eines „erwiesenen, verbitterten Lügners“.
In den neu veröffentlichten Dokumenten wird erneut auch der ehemalige britische Prinz Andrew Mountbatten-Windsor erwähnt. Seine Titel hat dieser mittlerweile verloren. Demnach lud der Bruder von König Charles III. Epstein 2010 in den Buckingham-Palast ein. Ob Epstein, der damals auf Bewährung von seinem Hausarrest befreit war, der Einladung in den Palast nachgekommen ist, ist aus den Dokumenten nicht ersichtlich.
„An welchem Tag findet die wildeste Party statt?“
Auch Elon Musks Name ist in den neu veröffentlichten Epstein-Akten zu lesen. Die Dokumente enthalten mehrere Mailwechsel zwischen dem Unternehmer und Epstein. In einer Nachricht fragt Musk Epstein: „An welchem Tag oder Nacht findet die wildeste Party auf deiner Insel statt?“
Die Dokumente enthalten zudem Listen der US-Bundespolizei FBI mit größtenteils anonym erhobenen Anschuldigungen gegenüber Trump. Das FBI ging demnach einigen dieser Hinweise nach und stufte diese zum Teil als nicht glaubhaft ein.
In den neu veröffentlichten Dokumente fallen weitere prominente Namen. Darunter der des britischen Milliardärs Richard Bransons, der Epstein auffordert, seinen „Harem“ beim nächsten Treffen mitzubringen. Verifizieren lassen sich all diese Angaben nicht. Keiner der Genannten wurde bisher offiziell beschuldigt.
Epstein steht unter Verdacht, tausende Minderjährige und junge Frauen missbraucht und teils an Prominente vermittelt zu haben. Er war erstmals 2008 verurteilt worden, weil er die Dienste von minderjährigen Prostituierten in Anspruch genommen hatte. Wegen eines umstrittenen Deals mit der Staatsanwaltschaft betrug das Strafmaß nur 18 Monate Gefängnis.
2019 wurde Epstein unter anderem wegen des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen erneut festgenommen. Rund einen Monat nach seiner Festnahme wurde er erhängt in seiner New Yorker Gefängniszelle gefunden. Nach offiziellen Angaben beging er Suizid.
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