US-Präsident Donald Trump hat seine Drohung gegen Kanada bekräftigt, mit einer „sehr substanziellen“ Reaktion zu antworten, sollte das Land ein Handelsabkommen mit China abschließen. „Wir wollen nicht, dass China Kanada übernimmt“, sagte Trump am Samstag. Trump hatte bereits in der Vorwoche erklärt, er werde Zölle von 100 Prozent auf kanadische Waren verhängen, sollte das Land ein solches Abkommen umsetzen.
Die Äußerungen vom Samstag sind die jüngste Eskalation in einer Reihe von Drohungen. Bereits am Donnerstag hatte Trump mit Strafzöllen von 50 Prozent auf alle in Kanada gefertigten Flugzeuge gedroht. Zudem kündigte er an, die Zertifizierung für Maschinen des Flugzeugbauers Bombardier und anderer Hersteller entziehen zu wollen. Trump begründete dies damit, dass Kanada sich weigere, mehrere Flugzeugtypen des US-Konkurrenten Gulfstream zuzulassen.
Branchenvertreter und Gewerkschaften warnten vor gravierenden Folgen einer solchen Maßnahme. US-Fluggesellschaften wie American Airlines und Delta Air Lines setzen für viele ihrer Regionalverbindungen auf in Kanada gebaute Maschinen. Zudem ist unklar, auf welcher rechtlichen Grundlage Trump die Zulassungen entziehen könnte, da dies Aufgabe der US-Luftfahrtbehörde FAA ist. Deren Vorschriften erlauben einen solchen Schritt aus Sicherheitsgründen, nicht jedoch aus wirtschaftlichen Gründen.
„Sie haben kein Geld. Sie haben kein Öl“
Die neuen Drohungen fallen in eine Zeit größerer Spannungen zwischen den beiden Nachbarländern. Der kanadische Premierminister Mark Carney drängt angesichts der US-Handelspolitik auf eine größere Unabhängigkeit von den USA. Vergangene Woche hatte er mit Blick auf die Politik der USA ein Ende der regelbasierten Weltordnung beklagt und andere Staaten zu Partnerschaften aufgerufen, um dem entgegenzuwirken.
Was Kuba betrifft, geht Trump davon aus, dass sich das Land in den angespannten Beziehungen und vor dem Hintergrund seiner schlechten wirtschaftlichen Lage um Deeskalation mit den Vereinigten Staaten bemühen wird. Es müsse nicht zu einer humanitären Krise kommen, sagte Trump vor Journalisten auf einem Flug nach Florida.
Das Land würde wahrscheinlich auf die USA zukommen und einen Deal machen wollen. „Ich glaube, wir werden mit Kuba einen Deal aushandeln.“ Die Situation für Kuba sei wirklich schlecht, so Trump. „Sie haben kein Geld. Sie haben kein Öl.“ Er sagte zudem, man beginne, mit Kuba zu reden. Details ließ Trump offen.
Die USA hatten am Vortag den Druck auf den sozialistischen Karibikstaat massiv erhöht. Trump drohte Öllieferanten Kubas mit Zusatzzöllen, um die Energieversorgung des Karibikstaats zu schwächen. Die Zusatzzölle können auf Waren erhoben werden, die aus jenen Ländern in die Vereinigten Staaten importiert werden, von denen Kuba sein Öl bezieht. Kubas Außenminister Bruno Rodríguez verurteilte in einem Post auf X diese „neue Eskalation der USA gegen Kuba“ aufs Schärfste. Mexiko warnte vor einer humanitären Krise großen Ausmaßes auf der Karibikinsel.
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