Die USA verhandeln nach Angaben von Präsident Donald Trump mit dem Kuba über ein Abkommen. „Ich glaube, wir werden einen Deal mit Kuba schließen“, sagte Trump am Sonntag vor Journalisten. Seine Regierung spreche darüber derzeit mit den „höchsten Vertretern“ in Havanna.

„Kuba ist ein gescheiterter Staat. Das ist er schon lange, aber jetzt fehlt ihm Venezuela, das ihn stützt“, sagte Trump in seinem Anwesen in Palm Beach im US-Bundesstaat Florida. „Wir sprechen also mit den Verantwortlichen in Kuba, mit den höchsten Vertretern des Landes, um zu sehen, was passiert.“ Was genau in einem Abkommen geregelt werden solle, sagte Trump nicht.

Der US-Präsident macht seit der Gefangennahme des venezolanischen Staatschefs Nicolas Maduro durch das US-Militär Anfang Januar keinen Hehl daraus, dass er die Interessen der USA in der westlichen Hemisphäre durchsetzen will. Seit Jahrzehnten ist das kommunistische Kuba ein Sicherheitsrisiko für die USA.

Zuletzt hielten vor allem Öllieferungen aus Venezuela die darbende Wirtschaft der Insel am Laufen – die nun weggefallen sind. Oft fällt für 12 oder mehr Stunden am Tag der Strom aus, Treibstoff ist Mangelware. Machthaber Miguel Díaz-Canel und seine Clique der alleinherrschenden Kommunistischen Partei stehen unter Druck.

Erst vor wenigen Tagen verstärkte Trump den Druck auf Havanna nochmals: Er drohte Staaten, die Erdöl an Kuba liefern, mit zusätzlichen Zöllen. In einem am Donnerstag unterzeichneten Dekret hieß es, solche Zölle könnten auf Einfuhren aus Staaten erhoben werden, die „direkt oder indirekt Erdöl an Kuba verkaufen oder liefern“.

Mexiko kündigt Hilfslieferungen für Kuba an

Mexikos linksgerichtete Präsidentin Claudia Sheinbaum erklärte am Sonntag, ihre Regierung plane, humanitäre Hilfslieferungen nach Kuba zu entsenden, darunter „Lebensmittel und andere Produkte“. Zudem arbeite sie an einer diplomatischen Lösung, um trotz der von Washington angedrohten Zölle weiter Erdöl an das Land zu liefern. Mexiko gehört zu den letzten und größten verbliebenen Öllieferanten Kubas.

Medienberichten zufolge soll Mexiko in den vergangenen Tagen bereits die Öllieferungen nach Kuba auf Druck der USA hin reduziert haben, allerdings gibt es dafür keine offizielle Bestätigung. Bis zu einer diplomatischen Lösung werde Mexiko andere unverzichtbare Produkte liefern, sagte Sheinbaum.

Papst Leo XIV. mahnt Dialog an

Auch Papst Leo XIV. äußerte sich besorgt über die wachsenden Spannungen zwischen Kuba und den USA. „Ich habe die äußerst beunruhigenden Nachrichten über die zunehmenden Spannungen zwischen Kuba und den Vereinigten Staaten von Amerika, zwei Nachbarländern, erhalten“, heißt es in einem Beitrag des Papstes auf X am Sonntag.

„Ich schließe mich der Botschaft der kubanischen Bischöfe an und fordere alle Verantwortlichen auf, einen aufrichtigen und wirksamen Dialog zu fördern, um Gewalt und alle Handlungen zu vermeiden, die das Leid des kubanischen Volkes noch verstärken könnten“, so der aus den USA stammende Papst weiter.

Kubas Bischöfe hatten am Samstag gewarnt: „Die Gefahr von sozialen Unruhen und Gewalt ist real. Kein Kubaner guten Willens würde sich über ein solches Szenario freuen.“

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