Nach Informationen des „Nordkuriers“ ist ein geplantes Interview zwischen der AfD-Oberbürgermeisterkandidatin für Schwerin, Petra Federau, und dem Regionalsender TV Schwerin kurzfristig geplatzt. Moderator Thomas Böhm erklärte in einem Youtube-Video, das geplante Interview sei bereits im Vorgespräch abgebrochen worden.
Böhm zufolge wollte er Petra Federau unter anderem zu ihrer Eignung für das Amt, zur politischen Ausrichtung der AfD in Mecklenburg-Vorpommern sowie zu Themen wie Migration befragen. Zudem habe er ihre frühere Tätigkeit im Zusammenhang mit einem Escort-Service ansprechen wollen – ein Thema, über das bereits 2016 berichtet worden war. Damals hatte der AfD-Landesverband Federau wegen dieser Vorwürfe einen Listenplatz für die Landtagswahl verweigert.
Wie der AfD-Kreisvorstand Mecklenburg-Schwerin damals betonte, sehe sich die AfD nicht als Hüterin einer Sexualmoral der 1960er-Jahre. Die Stigmatisierung einer Tätigkeit wie Escort-Service erscheine nicht mehr angebracht. Problematisch sei allerdings, dass die Listenkandidatur ohne Kenntnis dieses Umstandes zustande kam, hieß es 2016.
Laut Böhm habe Federau die Fragen als diffamierend zurückgewiesen und gegenüber dem „Nordkurier“ erklärt, der Journalist habe sie beleidigt und verleumdet. Sie habe den Eindruck gehabt, dass Fragen gestellt werden sollten, die nichts mit ihrer Kandidatur zu tun hätten und indirekt ihre Familie angreifen würden. Deshalb habe sie das Interview mit dem Hinweis auf die Unantastbarkeit der Menschenwürde abgebrochen.
„Herr Böhm hält mit seiner offenkundigen Abneigung gegen alle Mitglieder der AfD schon seit vielen Jahren nicht zurück und trägt diese offen durch Beleidigungen und Verleumdungen nach außen“, äußerte sich die AfD-Politikerin beim „Nordkurier“.
Thomas Böhm bestritt die Vorwürfe. „Natürlich hätten wir hinterfragt in diesem Gespräch, was die AfD für eine Partei ist“, sagte er in einem YouTube-Video, wo er sich zu den Vorkommnissen äußerte. „Die Schwerinerinnen und Schweriner haben ein Anrecht darauf zu erfahren, wer Petra Federau ist.“ Aber es gebe „in ihrer Biografie durchaus Fragen, die 2016 schon aufgetaucht sind. Jeder kann es im Internet eingeben und kann dazu Artikel lesen.“
Junge Frauen in arabische Länder vermittelt
Die „Schweriner Volkszeitung“ hatte vor rund zehn Jahren öffentlich gemacht, dass Petra Federau Frauen für einen Escort-Service angeworben haben soll. So soll sie junge Frauen in arabische Länder vermittelt und sie auch begleitet haben. Federau hatte sich dazu damals nicht selbst geäußert, ließ aber über ihren Anwalt erklären, dass sie gegen sorgfältig recherchierte Berichte keine Einwände habe.
Böhm erklärte, alle Kandidaten würden im Vorfeld kritisch befragt, auch zu ihrer politischen Vergangenheit und öffentlichen Positionierung. Einen Angriff auf Federaus Familie habe es aber nicht gegeben. Auch habe er weder andere AfD-Politiker noch Treffen pauschal als „faschistisch“ bezeichnet, sondern auf juristische Bewertungen einzelner Personen verwiesen.
Die Oberbürgermeisterwahl in Schwerin findet am 12. April 2026 statt.
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