Die Fotos des von der US-Einwanderungsbehörde ICE festgenommenen Liam Conejo Ramos lösten weltweit Bestürzung aus. Nach dessen Freilassung erhebt der Vater des Fünfjährigen nun schwere Vorwürfe gegen die Behörden. Er widersprach am Montag (Ortszeit) außerdem Aussagen des Heimatschutzministeriums, wonach er seinen Sohn in seinem Fahrzeug zurückgelassen habe, als er selbst von den Bundesbeamten verfolgt wurde.

Der Fünfjährige und sein Vater – beide stammen gebürtig aus Ecuador – waren am 20. Januar nach ihrer Festnahme in einem Vorort von Minneapolis in Texas in ICE-Gewahrsam genommen worden. Anwohner und Vertreter der Schule des Kindes berichteten, die Behörden hätten den Jungen als Lockmittel eingesetzt. Liam habe an der Haustür klingeln müssen, damit seine Mutter den Beamten öffnet. Das Heimatschutzministerium wies diese Darstellung zurück und erklärte, der Vater sei zu Fuß geflüchtet und habe sein Kind im Auto in der Einfahrt zurückgelassen.

Nach ihrer von einem Bundesrichter angeordneten Freilassung am vergangenen Wochenende sagte der Vater, Adrian Conejo Arias, gegenüber ABC News, er liebe seinen Sohn Liam und würde ihn niemals im Stich lassen. Er sagte zudem, Liam sei in Gewahrsam krank geworden, habe jedoch keine Medikamente erhalten.

„Die Fakten in diesem Fall haben sich NICHT geändert“, sagt eine Sprecherin

Die Sprecherin des Heimatschutzministeriums, Tricia McLaughlin, erklärte, dass Arias zu Fuß geflohen sei, bevor er festgenommen wurde. Sie sagte, die ICE-Beamten hätten sich währenddessen um den Jungen gekümmert. „Die Fakten in diesem Fall haben sich NICHT geändert: Der Vater, der sich illegal im Land aufhielt, entschied sich, sein Kind mit in das Abschiebezentrum zu nehmen“, sagte sie.

McLaughlin ging nicht auf Arias' Aussage ein, dass seinem Sohn während der Haft die Medikamente verweigert worden seien. Angaben zu der möglichen Erkrankung des Kindes gab es ebenfalls nicht.

Die Regierung erklärte, Arias sei im Dezember 2024 illegal aus Ecuador in die USA eingereist. Arias jedoch sagte, er sei zu Unrecht festgenommen worden und halte sich mit einem laufenden Asylverfahren legal in den USA auf.

Aufnahmen des kleinen Jungen mit blauer Häschenmütze und Spider-Man-Rucksack, umringt von Bundesbeamten, lösten große Empörung über das Vorgehen der Einwanderungsbehörden unter Präsident Donald Trump aus. Die Proteste nach den tödlichen Schüssen auf Renée Nicole Good und Alex Pretti bei Einsätzen der Bundesbeamten in Minneapolis haben durch die Festnahme des kleinen Jungen noch weiter an Intensität gewonnen.

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