US-Präsident Donald Trump und Kolumbiens Staatschef Gustavo Petro haben sich erstmals im Weißen Haus getroffen. Im Mittelpunkt des Gesprächs stand der Kampf gegen den Drogenhandel. Das Gespräch änderte auch die Meinung Trumps über den ehemaligen Guerillero.

Petro sei ein „kranker Mann“, der gerne Kokain produziere und an die USA verkaufe, hatte der Republikaner kürzlich noch gesagt und Kolumbien mit einem Militärschlag gedroht. Petro wiederum provozierte Trump, indem er ihn als „Komplizen des Völkermordes im Gazastreifen“ bezeichnete und die US-Militäraktion zur Gefangennahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro eine Entführung nannte.

Nach dem Treffen mit Petro verkündete Trump, es sei hervorragend gelaufen, er finde Petro „wunderbar“. Seine Abneigung habe daran gelegen, dass er Petro nicht besonders gut gekannt habe.

In einem Beitrag auf X veröffentlichte Petro eine Widmung von Trump in einem Exemplar seines Buches „The Art of the Deal“, in der es hieß: „Sie sind großartig.“ Petro fragte ironisch: „Was wollte Trump mir mit dieser Widmung sagen? Ich verstehe Englisch nicht sehr gut.“

Vor Journalisten gab sich Petro nicht so euphorisch wie der US-Präsident.„Er hat seine Denkweise nicht geändert, ich auch nicht“, sagte Petro. „Aber einen Pakt schließt man auch nicht zwischen Zwillingsbrüdern, einen Pakt schließt man zwischen Gegnern, die einen gemeinsamen Weg finden.“

Petro: Drogenbosse leben in Dubai, Madrid und Miami

Es gebe unterschiedliche Auffassungen über das Problem des Drogenhandels, sagte er auf einer Pressekonferenz. Statt eines harten militärischen Ansatzes gegen die kriminellen Organisationen will Petro einerseits Bauern in Kolumbien davon überzeugen, legale Agrarprodukte wie Kaffee oder Kakao statt Kokain anzubauen, und anderseits entschlossen gegen die Finanziers des internationalen Drogengeschäfts vorgehen.

Die wahren Drahtzieher lebten im Ausland und nicht in seiner Heimat, sagte Petro. Es herrsche selbst in amerikanischen und kolumbianischen Geheimdienstkreisen die hartnäckige Vorstellung vor, dass die „Capos“ jene seien, die in Uniformen mit Gewehren im kolumbianischen Dschungel unterwegs seien. Tatsächlich gehörten sie aber nur zur „zweiten oder dritten Führungsebene“.

Die eigentlichen Drogenbosse lebten in Dubai, Madrid und Miami, sagte Petro. „Die US-Behörden kennen sie, und ich habe ihre Namen Präsident Trump persönlich mitgeteilt“.

Kolumbien war lange Zeit der wichtigste Partner der USA in Südamerika. Zuletzt kühlte sich das Verhältnis allerdings ab. Die US-Regierung stufte Kolumbien im vergangenen Jahr als Land ein, das seine internationalen Verpflichtungen im Kampf gegen illegale Drogen nicht erfüllt. Gegen Präsident Petro verhängten die Vereinigten Staaten zudem Sanktionen – mit der Begründung, dass er nicht entschlossen genug gegen den Drogenhandel vorgehe.

Der kolumbianische Staatschef hingegen betonte immer wieder den enormen Einsatz der kolumbianischen Sicherheitskräfte gegen den Drogenhandel. Erst am Dienstag lieferte Kolumbien einen wichtigen Drogenhändler an die USA aus.

Kolumbien ist der größte Kokainproduzent der Welt. Nach Angaben der Vereinten Nationen verfügt das Land mit mehr als 250.000 Hektar über rund 65 Prozent der weltweiten Anbaufläche für Koka. Obwohl sich die Sicherheitslage seit dem Friedensabkommen mit der Rebellenorganisation Farc vor zehn Jahren verbessert hat, werden immer noch Teile des Landes von bewaffneten Gruppen kontrolliert.

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