Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán hat die von Russland angegriffene Ukraine als „Feind“ bezeichnet. „Die Ukrainer müssen damit aufhören, in Brüssel dauernd zu verlangen, dass Ungarn von der billigen russischen Energie abgeschnitten wird“, sagte der Rechtspopulist in einer Wahlkampfrede in der westungarischen Stadt Szombathely. „Solange die Ukraine das tut, ist sie unser Feind“, fügte er nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur MTI hinzu.

Orbán gilt als engster Verbündeter des Kremlchefs Wladimir Putin in der EU. Sein Land ist in hohem Maße von russischen Gas- und Erdöllieferungen abhängig. Anders als die anderen EU-Länder unternahm Ungarn unter Orbán keine ernsthaften Anstrengungen, um sich aus der russischen Energieabhängigkeit zu lösen.

Am 12. April stehen in Ungarn Parlamentswahlen an. Erstmals in seiner 16-jährigen Amtszeit sieht sich Orbán einem chancenreichen Herausforderer gegenüber. Der bürgerlich-konservative Peter Magyar, ein Renegat aus den eigenen Reihen, liegt mit seiner Tisza-Partei in den Meinungsumfragen seit mehr als einem Jahr deutlich vor Orbán Fidesz-Partei.

Donald Trump steht fest hinter Orbán

US-Präsident Donald Trump sicherte unterdessen ⁠dem ungarischen Ministerpräsidenten vor der Parlamentswahl ‍seine Unterstützung zu. Orbán sei eine „wahrhaft starke und mächtige Führungspersönlichkeit“, schrieb Trump am Donnerstag auf seiner Plattform Truth Social. ⁠

Die Beziehungen ⁠zwischen beiden Ländern hätten dank Orbán unter seiner Regierung einen neuen Höhepunkt erreicht. Trump hatte Orbán bereits 2022 unterstützt und erklärte, es sei ihm eine Ehre, dies erneut ‍zu tun. Orbán gilt als enger Vertrauter Trumps und teilt viele seiner politischen Ansichten, etwa in der Migrationspolitik. Zuletzt waren die beiden Politiker am 22. Januar bei der Gründung eines von Trump angestoßenen „Friedensrats“ am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos zusammengekommen.

Der ungarische Regierungschef steht ‍vor der größten Herausforderung seit seinem Wahlsieg ⁠2010: Umfragen zufolge liegt die Mitte-Rechts-Partei Tisza derzeit vor seiner Partei Fidesz.

Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt beim ursprünglichen Autor. Die erneute Veröffentlichung dieses Artikels dient ausschließlich der Informationsverbreitung und stellt keine Anlageberatung dar. Bei Verstößen kontaktieren Sie uns bitte umgehend. Wir werden bei Bedarf Korrekturen oder Löschungen vornehmen. Vielen Dank.