Während Donald Trump selbst dem Super Bowl fernblieb, geriet er beim wichtigsten Sportereignis des Jahres in den USA dennoch ins Visier: Eine Gruppe von Opfern des verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein haben am Super-Bowl-Sonntag einen Spot veröffentlicht, der sich direkt an den Ex-Präsidenten sowie Generalstaatsanwältin Pam Bondi richtet. Die 33-sekündige Videobotschaft mit dem Hashtag #StandWithSurvivors wurde von der Koalition „World Without Exploitation“ produziert – einem Zusammenschluss von Missbrauchsüberlebenden und Aktivistinnen gegen Menschenhandel.

In dem Spot sind mehrere Frauen mit geschwärzten Mündern zu sehen – als Symbol dafür, dass ihre Stimmen unterdrückt werden. Sie fordern Wahrheit, Aufklärung und die Veröffentlichung von rund drei Millionen noch zurückgehaltenen Dokumenten im Epstein-Komplex: „Sagen Sie Generalstaatsanwältin Pam Bondi, dass es Zeit für die Wahrheit ist“, heißt es in dem Clip. Zahlreiche Journalisten, darunter der frühere CNN-Korrespondent Jim Acosta, verbreiteten den Spot in sozialen Medien.

Neben dem Spot sorgte Berichten zufolge auch ein riesiges Banner in Las Vegas für Aufsehen, das mit der Aufschrift „Epstein Files Leaders“ unter anderem Trump, Bill Clinton, Elon Musk und Bill Gates ins Visier nahm. Im Stil einer NFL-Grafik trug es den Titel „Pedo Bowl“ – ein Hinweis auf die Pädophilie-Vorwürfe rund um Epstein.

Jeffrey Epstein, der 2019 in seiner Gefängniszelle Suizid beging, stand im Verdacht, über Jahre hinweg ein Netzwerk aufgebaut zu haben, in dem minderjährige Mädchen sexuell missbraucht und prominenten Persönlichkeiten zugeführt wurden. Zu seinen engen Kontakten zählten unter anderem Bill Clinton, Prinz Andrew, Donald Trump und Microsoft-Mitgründer Bill Gates. Kürzlich hatte das US-Justizministerium weitere Epstein-Dokumente veröffentlicht, die erneut prominente Namen enthielten, jedoch keine konkreten strafrechtlichen Vorwürfe gegen die Personen belegten.

Weder das Weiße Haus noch das Justizministerium äußerten sich bislang zu dem Protestspot. Trump selbst veröffentlichte lediglich eine Erklärung, in der er den Super Bowl als „einzigartige amerikanische Tradition“ lobte und den Teams viel Glück wünschte. Die kontroverse Halbzeitshow von Superstar Bad Bunny, der Trump und die US-Einwanderungsbehörde ICE in der Vergangenheit kritisiert hatte, bezeichnete der Ex-Präsident später als „widerlich“.

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