Nach einem Steinwurf auf das Haus des Landratskandidaten Simon Escher-Herzog (Linke) in der Oberpfalz und einem Drohbrief ermittelt die Polizei. Zum Inhalt des Schreibens an den Mann aus Neustadt an der Waldnaab, der am 8. März bei den Kommunalwahlen in Bayern kandidieren will, äußerte sich eine Sprecherin nicht. Der Partei zufolge handelt es sich um eine Mord- und Gewaltdrohung.
Vor dem Steinwurf seien mehrere Wahlplakate heruntergerissen und teilweise auf sein Grundstück geworfen worden. Dann hätten Unbekannte einen in Zeitungspapier eingewickelten Pflasterstein durch eine Scheibe in das Haus des 37-Jährigen geworfen.
Stein fliegt mitten in der Nacht ins Schlafzimmer
„Wir dachten eigentlich, wenn wir uns an die Presse wenden, dass dieser Spuk vorbei ist“, erklärte der betroffene Simon Escher-Herzog. Dann sei mitten in der Nacht der Stein durch das Fenster in das Schlafzimmer geflogen. „Ich habe glücklicherweise nicht im Schlafzimmer geschlafen, sondern im Wohnzimmer.“
Seit dem Kommunalwahlkampf sei es zu den Vorfällen gekommen, davor nie. „Ich kann mir das nicht erklären. Das muss daran liegen, dass ich das Gesicht der Linken im Landtag bin.“
Nach dem Erhalt des Drohbriefs hatte der Kreisverband der Linken das Schreiben auf Schärfste verurteilt. „Dass ein Mensch wegen seines politischen Engagements und seines Einsatzes für Demokratie, Solidarität und Vielfalt bedroht wird, ist nicht hinnehmbar.“
Solche Taten seien ein direkter Angriff auf die persönliche Sicherheit politisch Engagierter und auf das demokratische Miteinander insgesamt. Die Partei ruft nach den Drohungen gegen ihren Kandidaten zu einer Solidaritätskundgebung am 21. Februar auf.
Die Polizei geht von einem Zusammenhang zwischen den Vorfällen mit dem Kommunalwahlkampf aus. Das Fachkommissariat für Staatsschutz der Kripo ermittelt nun wegen Bedrohung mit Verbrechenstatbestand sowie Sachbeschädigung. Zeugen werden gebeten, sich zu melden.
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