Nach siebenjähriger Bauzeit und Anfeindungen wird Thüringens erster Moschee-Neubau am Samstag in Erfurt feierlich eingeweiht. Dazu werden unter anderem Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow, die Bischöfe Ulrich Neymeyr und Friedrich Kramer sowie Vertreter der jüdischen Landesgemeinde erwartet.
Das islamische Gotteshaus der muslimischen Ahmadiyya-Gemeinde hat ein acht Meter hohes Zierminarett und ist der erste Moschee-Neubau in Ostdeutschland, außerhalb von Berlin. Der Grundstein war 2018 gelegt worden. Ende vergangenen Jahres wurde das Gebäude fertiggestellt. Es befindet sich in einem Gewerbegebiet am Stadtrand. Am Sonntag öffnet das Gebetshaus von 10 bis 18 Uhr seine Türen für eine größere Öffentlichkeit zum „Tag der offenen Moschee“.
Teils heftige Reaktionen
Seit der Ankündigung des Bauvorhabens 2016 hatte es immer wieder teils massive islamfeindliche Proteste gegeben. Moschee-Gegner errichteten meterhohe Protest-Kreuze und spießten im Sommer 2017 Schweinekadaver auf dem Gelände auf. Die christlichen Kirchen unterstützten das Bauvorhaben. Der Bau, zu dem neben Gebetsräumen auch eine Wohnung für den Imam gehört, wurde ausschließlich aus Spenden finanziert.
Die Ahmadiyya-Gemeinschaft versteht sich als weltweite islamische Reformbewegung, wird aber von vielen anderen muslimischen Strömungen nicht anerkannt und teils verfolgt. Bundesweit hat sie nach eigenen Angaben etwa 50.000 Mitglieder und unterhält mehr als 60 Moscheen. Zur Thüringer Gemeinde, die 1990 gegründet wurde, gehören rund 100 Mitglieder.
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