• Datenschützer gegen permanente Überwachung in Bahnen durch Bodycams
  • Forderung: Bodycams nur bei Eskalation scharf schalten und Aktivierung ankündigen.

Datenschützer haben die Pläne der Deutschen Bahn zum flächendeckenden Einsatz von Bodycams scharf kritisiert. Der für die Deutsche Bahn zuständige hessische Landesdatenschutzbeauftragte Alexander Roßnagel warnte im Redaktionsnetzwerk Deutschland vor einem "starken Eingriff in die Grundrechte" der Fahrgäste. Aufnahmen dürften nur anlassbezogen erfolgen und müssten auf das geringstmögliche Maß beschränkt werden.

Die Stiftung Datenschutz sprach sich ebenfalls klar gegen dauerhafte Aufzeichnungen durch Bahnmitarbeiter aus, "wenn die Bodycams im Stand-by-Modus laufen". Stiftungschefin Kirsten Bock warnte davor, dass unbescholtene Personen ins Visier gerieten und dies zu einer lückenlosen Videoüberwachung der Bevölkerung beitrage.

Transparenter Einsatz der Kameras gefordert

Mitarbeiterin der Bahn mit einer Körperkamera.Bildrechte: picture alliance / Nicolas Armer/dpa | Nicolas Armer

Komplett lehnten die Datenschützer die Einführung der Bodycams aber nicht ab. Sie forderten klare Regeln. Roßnagel schlug vor, dass die Kameras aktiv durch das Personal ein- und abgeschaltet werden müssten. Sie sollten nur anlassbezogen aufzeichnen, etwa in "eskalierenden Situationen".

Auch die Datenschützerin Bock warb für eine transparente Nutzung der Bodycams. Die Bahnmitarbeiter sollten beim Einschalten der Kamera grundsätzlich darauf hinweisen.

Bahn will Mitarbeiter mit Bodycams schützen

Die Deutsche Bahn hatte am Freitag angekündigt, die Ausstattung mit Körperkameras auf alle Mitarbeiter mit Kundenkontakt auszuweiten. Bislang werden Bodycams nur im Regionalverkehr eingesetzt. Hintergrund ist der tödliche Angriff auf einen Zugbegleiter vor zwei Wochen.

dpa, AFP (ans)

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