In Zügen und auf Bahnhöfen hat es im vergangenen Jahr einem Medienbericht zufolge Tausende Gewaltdelikte gegeben. Dazu gehörten mehr als 980 Messer- und rund 2200 Sexualdelikte, die aktenkundig sind, wie die „Bild am Sonntag“ unter Berufung auf Zahlen der Bundespolizei berichtet.
Registriert wurden demnach insgesamt 5660 Gewaltdelikte gegen Polizeivollzugsbeamte der Bundespolizei im Bahnbereich. Im Jahr 2024 seien es rund 5500 gewesen.
Besonders viel Gewalt gab es dem Bericht zufolge am Hauptbahnhof in Leipzig mit 859 Delikten, gefolgt von den Hauptbahnhöfen in Dortmund (735) und Berlin (654). Es folgten die Hauptbahnhöfe von Köln (648), Hannover (612), Hamburg (580), München (553), Nürnberg (528), Frankfurt am Main (520) und Düsseldorf (499).
In dem Bericht heißt es zudem, dass nichtdeutsche Tatverdächtige – gemessen an ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung – häufiger festgestellt worden seien als deutsche Beschuldigte.
Konsequenzen aus tödlichem Angriff
Anfang Februar war ein Zugbegleiter bei einer Fahrscheinkontrolle in einem Regionalzug in Rheinland-Pfalz von einem Fahrgast angegriffen worden. Dabei erlitt der 36-Jährige so schwere Kopfverletzungen, dass er im Krankenhaus starb. Der Verdächtige sitzt in Untersuchungshaft. Es handelt sich laut Staatsanwaltschaft um einen 26 Jahre alten griechischen Staatsbürger, der nach eigenen Angaben in Luxemburg wohnt.
Kürzlich hatten sich Spitzenvertreter von Bund, Ländern und der Deutschen Bahn auf konkrete Konsequenzen verständigt. So soll es mehr Bodycams für die Mitarbeiter der Bahn geben. Außerdem sollen 200 zusätzliche Mitarbeiter für mehr Sicherheit an Bahnhöfen eingestellt werden.
Geplant sind auch Verbesserungen der Schutzausrüstung von Mitarbeitern der Bahn. Sie sollen verstärkt in Verhaltens- und Deeskalationstrainings geschult werden. Ein Notfallknopf soll weiter entwickelt werden, um im Ernstfall schneller Hilfe zu bekommen.
Den Angaben der Bahn zufolge kam es im vergangenen Jahr zu insgesamt rund 3000 körperlichen Übergriffen auf Beschäftigte des Konzerns. Bei der nächsten Verkehrsministerkonferenz Anfang März sollen weitere Konsequenzen erörtert werden.
Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt beim ursprünglichen Autor. Die erneute Veröffentlichung dieses Artikels dient ausschließlich der Informationsverbreitung und stellt keine Anlageberatung dar. Bei Verstößen kontaktieren Sie uns bitte umgehend. Wir werden bei Bedarf Korrekturen oder Löschungen vornehmen. Vielen Dank.