Dieses Treffen dürfte bei der Trump-Regierung nicht gut ankommen: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz auch den kalifornischen Gouverneur und Trump-Kritiker Gavin Newsom getroffen.
Der 58-Jährige ist in den USA einer der schärfsten Kritiker von US-Präsident Donald Trump. Er gilt als möglicher Kandidat der US-Demokraten bei der nächsten Präsidentschaftswahl. Der Kanzler habe ihn aber in seiner Funktion als Gouverneur des US-Bundesstaats Kaliforniens getroffen, wurde betont.
Newsom hatte die Europäer bereits vor einigen Wochen dafür kritisiert, gegenüber Trump keinen Klartext zu reden. Während der Sicherheitskonferenz in München rief er erneut dazu auf, Trump in Europa endlich etwas entgegenzusetzen. „Donald Trump ist vorübergehend. Er wird in drei Jahren weg sein“, sagte Newsom unter anderem. Man müsse Trump zur Rede stellen, so Newsom: „Wir müssen aufstehen, Unternehmensführer müssen aufstehen, die Menschen müssen aufstehen.“
Die Bundesregierung veröffentlichte auf dem offiziellen X-Account des Bundeskanzlers ein Foto von dem jüngsten Treffen. „Die transatlantische Partnerschaft ist kostbar. In Zeiten der Großmächte werden wir auf das gegenseitige Vertrauen angewiesen sein“, heißt es dazu. „Gavin Newsom und ich sind uns einig: Zusammen sind wir stärker. Die Nato ist unser gemeinsamer Wettbewerbsvorteil.“
Ein Fingerzeig in Richtung Trump? So versteht es jedenfalls der Trump-Vertraute Richard Grenell. Der frühere US-Botschafter in Berlin kommentierte das Treffen zwischen Merz und Newsom auf X – und wählt deutliche Worte. „Die deutsche Regierung umarmt Gavin Newsom“ schreibt Grenell. „Die wohl größte Merz-Entgleisung bis heute.“
Merz selbst hielt sich bei seiner Eröffnungsrede auf der Sicherheitskonferenz mit Kritik an Trump nicht zurück. „Es wird nicht genügen, möglichst klug auf die Launen der Großen rhetorisch zu reagieren. Wir besinnen uns auf uns selbst“, sagte Merz unter anderem.
„Wir Europäer treffen unsere Vorkehrungen. Dabei kommen wir zu anderen Ergebnissen als die Administration in Washington. Unsere Aufgabe ist es, diese neue Realität anzuerkennen. Das bedeutet nicht, dass wir sie als unabänderbares Schicksal hinnehmen. Wir sind dieser Welt nicht ausgeliefert. Wir werden neue Türen aufstoßen, neue Chancen ergreifen.“ Zudem sagte Deutschlands Bundeskanzler: „Der Führungsanspruch der USA ist angefochten, vielleicht schon verspielt.“
US-Präsident Trump hat sich bislang nicht zu dem Treffen zwischen Merz und Newsom geäußert.
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