In der Nacht von Sonntag zu Montag haben Unbekannte in Berlin-Spandau die Heckscheibe eines Fahrzeugs der Deutschen Polizeigewerkschaft eingeschlagen. Der Wagen stand vor einer Wohnanlage in der Seeburger Straße. Gegen 5.30 Uhr wurde der Schaden bemerkt.
Die Scheibe wurde vollständig zerstört. Die Polizei führt den Fall als „Sachbeschädigung an Kfz“. Ein Bekennerschreiben wurde bislang nicht veröffentlicht. Die mutmaßlich zielgerichtete Sachbeschädigung könnte im Zusammenhang mit dem DPolG-Vize Manuel Ostermann stehen, der seit Wochen Drohungen von Linksextremisten erhält.
Der Vorsitzende der DPolG Bundespolizeigewerkschaft, Heiko Teggatz, sprach von einem gezielten Angriff: „Dieser feige Anschlag gegen ein Fahrzeug der Deutschen Polizeigewerkschaft ist leider kein Einzelfall. Da dieses Fahrzeug einem Funkstreifenwagen sehr ähnelt, ist diese Tat als ein Angriff auf die Polizei zu werten.“ Der Staatsschutz sei bereits über den Vorfall informiert worden.
Erst Ende Januar war der DPolG-Vizevorsitzende Manuel Ostermann in Erlangen Ziel massiver Drohungen geworden. Auf einem Plakat zu einer Veranstaltung mit der Jungen Union wurde sein Porträt mit einem roten Fadenkreuz beschmiert. Und der Frage „Wem gehört die Straße?“ stand der Schriftzug: „Der roten Jugend“. Der Staatsschutz ermittelt dort wegen einer möglichen Morddrohung. Gegner hatten seine Ausladung gefordert, die Polizei kündigte besondere Schutzmaßnahmen für den Auftritt an.
In einer anderen Mail an Ostermann persönlich, deren Inhalt WELT bekannt ist, stand die Drohung: „Wenn ihr glaubt, wir meinen das nicht ernst, habt ihr euch getäuscht.“ Unterzeichnet ist die Mail mit ACAB, einem englischsprachigen Akronym für „All Cops Are Bastards“ (deutsch: „Alle Polizisten sind Bastarde“).
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