Im Stadtrat von Halle (Saale) hat es eine Kontroverse um eine mögliche Zusammenarbeit mit dem Verein Deutsche Sprache (VDS) gegeben. Das berichtet das lokale Portal „dubisthalle.de“. Demnach ging es in einer Sitzung vor wenigen Wochen um die Frage, ob die Stadt eine Spende des Vereins annehmen sollte.
Dem Bericht zufolge lehnten mehrere Stadtratsmitglieder dies ab, weil der Verein rechtspopulistische Positionen vertrete. Kritik soll es unter anderem an Positionen zur Eindämmung von Fremdwörtern in der deutschen Sprache sowie an der Ablehnung des Genderns gegeben haben. Letztlich habe der Rat trotz der kritischen Stimmen mehrheitlich für die Annahme der Spende gestimmt.
Der VDS verschenke im Zuge seines Projekts „Ein Buch für jeden Schulanfänger“ in mehreren deutschen Städten Bücher, um bei Kindern Lust am Lesen zu wecken. In diesem Fall sei es um kostenlose Exemplare des Kinderbuches „Baumhausgeschichten“ aus dem Ravensburger Verlag für alle knapp 2200 diesjährigen Schulanfänger in Halle gegangen.
Gegenüber „dubisthalle.de“ zeigte sich der Verein wegen der Kritik aus dem Stadtrat irritiert: „Man darf Denglisch als unpassend und Gendersternchen als unverständlich ansehen“, zitiert das Portal Geschäftsführer Holger Klatte. Man setze sich als Verein dafür ein, dass entsprechende Themen „in der gesellschaftlichen Mitte offen diskutiert werden können“.
Der VDS hat nach eigenen Angaben rund 36.000 Mitglieder und setzt sich dafür ein, „dass Deutsch nicht zu einem Feierabenddialekt verkommt, sondern als Sprache von Kultur, Wirtschaft und Wissenschaft erhalten bleibt“.
„Der rechtspopulistische Tonfall gehört zur Gründungs-DNA des Vereins“
Auf der Website des Vereins wird das Gendern als „ideologische Sondersprache“ bezeichnet und darauf hingewiesen, dass Umfragen zufolge eine große Mehrheit der Deutschen das Gendern ablehne. Diese Zahlen würden von Verantwortlichen in Politik, Verwaltung und Medien jedoch „mit unvergleichlicher Herablassung“ ignoriert.
Kritisiert wird der VDS wegen seiner Positionierungen häufiger. Etwa Anfang 2024, weil sich unter den Teilnehmern des heftig umstrittenen Treffens in Potsdam, das die „Remigrations“-Kontroverse auslöste, auch ein VDS-Mitglied befand. Der WDR kam in einer Radioreportage aus dem Mai 2025 zu dem Schluss: „Der rechtspopulistische Tonfall gehört zur Gründungs-DNA des Vereins.“ Die Positionen des VDS seien „sprachpolitisch“ mit denen der AfD „nahezu identisch“. Zwar hätten Mitglieder des Vereins vor dem „Versuch einer feindlichen Übernahme“ durch AfD-Anhänger gewarnt, Funktionäre hätten sich jedoch gegen eine „Brandmauer gegen rechts“ ausgesprochen.
Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt beim ursprünglichen Autor. Die erneute Veröffentlichung dieses Artikels dient ausschließlich der Informationsverbreitung und stellt keine Anlageberatung dar. Bei Verstößen kontaktieren Sie uns bitte umgehend. Wir werden bei Bedarf Korrekturen oder Löschungen vornehmen. Vielen Dank.