Inhalt des Artikels:

  • Was fordert die ostdeutsche Autobranche?
  • Wie will Umweltminister Schneider die Autobranche unterstützen?
  • Wie viele Elektroautos werden in Ostdeutschland produziert?

Die ostdeutsche Auto- und Zulieferindustrie hat eine gemischte Bilanz des Treffens mit der Bundesregierung gezogen. Rico Chmelik, Geschäftsführer des Branchenverbands Automotive Thüringen sagte MDR AKTUELL, die Branche stehe vor enormen Herausforderungen. Für die aktuelle Transformation der Branche brauche es stabile Rahmenbedingungen und keine weiteren Unsicherheiten.

Äußern sich zur Lage der Autoindustrie in Ostdeutschland (von links nach rechts): Andreas Rade, Geschäftsführer beim Verband der Automobilindustrie (VDA), Ostbeauftragte Elisabeth Kaiser (SPD), Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) und Christiane Benner, Erste Vorsitzende der IG Metall. Bildrechte: picture alliance/dpa | Martina Herzog

Am sogenannten Branchendialog Automobil nahmen am Mittwoch Vertreter von Industrie, Gewerkschaften, Bund und Ländern teil. Eingeladen hatte die Ostbeauftragten der Bundesregierung, Elisabeth Kaiser (SPD).

Was fordert die ostdeutsche Autobranche?

Zu den Forderungen der ostdeutschen Autobranche zählt unter anderem eine deutliche Senkung der Stromkosten, um die Wettbewerbsfähigkeit wieder herzustellen. Den Dialog mit der Politik bezeichnete Chmelik als lebhaft. Verbesserungsbedarf sieht er zudem hinsichtlich bezahlbarer Strompreise an Ladesäulen.

Rico Chmelik, Geschäftsführer von Automotive ThüringenBildrechte: Norman Hera

Es bringt ja nichts, wenn ich ein E-Auto fördere, dann habe ich vielleicht günstig ein E-Auto erworben. Aber das Geld lasse ich dann wieder an der Ladesäule an der Autobahn, weil es teilweise teurer ist, als wenn ich noch mit einem Benziner unterwegs bin.

Rico ChmelikGeschäftsführer automotive thueringen

Ebenfalls nötig sei die Gewinnung von Fachkräften, sagte Kaiser, gerade angesichts einer schrumpfenden Bevölkerung insbesondere in Ostdeutschland. Neben der Qualifizierung junger Menschen brauche es dafür auch Zuwanderung.

Wie will Umweltminister Schneider die Autobranche unterstützen?

Zulieferer haben nach Angaben von Teilnehmern des Treffens zudem Schwierigkeiten, Geld von Banken zu bekommen. Auch deshalb habe er mit der Kaufprämie für Elektroautos ein klares Signal setzen wollen, dass neben reinen Elektroautos auch Fahrzeuge mit Range Extender und sogenannte Plug-in-Hybride gefördert werden sollten, sagte Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD). 

Plug-in-Hybride sind Autos, die sowohl mit Strom als auch mit Treibstoff fahren können. Range Extender sind kleine Verbrennungsmotoren, die die Reichweite von Elektroautos erhöhen.

Wie viele Elektroautos werden in Ostdeutschland produziert?

Insgesamt 60 Prozent aller in Ostdeutschland produzierten Pkw waren im vergangenen Jahr Elektroautos. Das geht aus Berechnungen der Leipziger Initiative Automotive Cluster Ostdeutschland (ACOD) auf Basis von Zahlen des Verbands der Automobilindustrie (VDA) hervor. 

MDR/dpa(lik)

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