US-Präsident Donald Trump erwägt eigenen Angaben zufolge einen „begrenzten Militärschlag“ auf den Iran, falls es im Atomstreit zwischen Teheran und Washington zu keiner Einigung kommen sollte. Auf die Frage, ob er einen begrenzten militärischen Angriff in Betracht ziehe, falls der Iran keinem „Deal“ zustimme, antwortete Trump am Freitag vor Journalisten: „Das Einzige, was ich dazu sagen kann, ist, dass ich es erwäge.“
Im Atomstreit zwischen den beiden Staaten hält die US-Regierung ihre Angriffsdrohungen aufrecht, während der Iran seinen Anspruch auf Urananreicherung bekräftigt. Washington hat seine Militärpräsenz in der Golfregion zuletzt massiv ausgeweitet. Trump entsandte unter anderem zwei Flugzeugträger in die Region.
Die USA und der Iran hatten Anfang Februar unter Vermittlung des Oman die Verhandlungen über das iranische Atomprogramm wieder aufgenommen. Bei ihren Gesprächen in Genf in dieser Woche hatten beide Seiten deutlich gemacht, dass die Gespräche fortgesetzt werden sollten, auch wenn Differenzen weiter bestehen.
Es waren die ersten Gespräche seit dem zwölftägigen Krieg zwischen Israel und dem Iran im Juni 2025, bei dem die USA an der Seite Israels eingriffen und mehrere iranische Atomanlagen bombardierten. Die USA und andere westliche Länder werfen dem Iran vor, nach Atomwaffen zu streben. Teheran weist dies zurück und beharrt auf seinem Recht, Uran für zivile Zwecke anzureichern.
Von gezielten Tötungen bis Regimewechsel viele Optionen
Die militärischen Planungen in Washington sind Insidern zufolge bereits weit fortgeschritten. Zwei US-Regierungsvertreter sagten der Nachrichtenagentur Reuters, die Optionen reichten von gezielten Tötungen einzelner Personen bis hin zu einem erzwungenen Regimewechsel in Teheran, sollte Trump den Befehl dazu geben. Der Präsident hatte dem Iran am Donnerstag eine Frist von zehn bis 15 Tagen gesetzt. Sollte bis dahin keine Einigung stehen, würden „wirklich schlimme Dinge passieren“. Die USA haben ihre militärische Präsenz im Nahen Osten zuletzt deutlich verstärkt.
Ungeachtet der Drohungen zeigte sich der iranische Außenminister Abbas Araghtschi optimistisch. In einem Interview mit dem US-Sender MS NOW kündigte er an, in den kommenden zwei bis drei Tagen einen Entwurf für einen Gegenvorschlag vorzulegen. Dieser könne dann von der iranischen Führung geprüft werden.
Weitere Gespräche mit den US-Unterhändlern Steve Witkoff und Jared Kushner seien in etwa einer Woche möglich. Ein diplomatischer Durchbruch sei „in sehr kurzer Zeit“ erreichbar. Ein militärisches Vorgehen würde die Bemühungen um ein Abkommen jedoch erschweren, warnte Araghtschi.
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