Um Wähler mit Migrationshintergrund im Landtagswahlkampf besser zu erreichen, wirbt Linken-Chef Jan van Aken jetzt auch in ihren Muttersprachen. Die „Bild“-Zeitung hatte zuerst darüber berichtet. Demnach hat der 64-Jährige fünf Sprachen eingeübt. Neben Türkisch- und Italienischunterricht soll er auch Kurse für Griechisch, Bosnisch und Arabisch bei Sprachlehrern genommen haben.
In der vergangenen Woche postete van Aken auf Instagram bereits ein erstes Video auf Italienisch. Darin wirbt er für bezahlbare Mieten und gegen Superreiche. Weitere Wahlaufrufe in verschiedenen Sprachen sollen folgen. Einige davon sind bereits online.
Der „Bild“ sagte der Politiker der Linkspartei: „Wir haben bei vielen Gesprächen festgestellt, dass viele von den Menschen mit Migrationsgeschichte sich selbst nach Jahrzehnten von der Politik nicht gesehen fühlen.“ Es sei ein „krasser Türöffner in die Herzen vieler Menschen, die eigentlich mit Politik nichts mehr zu tun haben wollen oder auch keine großen Erwartungen mehr haben“, wenn man „Hallo“ oder „Lassen Sie uns in Kontakt bleiben“ auf verschiedenen Sprachen sagen könne.
Um sich einbürgern lassen zu können und dann entsprechend wählen zu dürfen, muss laut Einbürgerungsgesetz mindestens das Sprachniveau B1 des sogenannten Europäischen Referenzrahmens vorgewiesen werden. Für van Aken sei das Sprachniveau bei der Ansprache von Wählern jedoch nicht entscheidend. Es sei eine Frage des Respekts, „die Leute auch mal in ihrer Muttersprache anzusprechen. Es fasst die Menschen nochmal auf einer anderen Ebene an. Wenn es ein Lächeln bringt und man so in Erinnerung bleibt, dann ist das manchmal mehr als das 100. Wahlplakat.“
Die Linkspartei könnte bei der Landtagswahl am 8. März in Baden-Württemberg erstmals ins Parlament einziehen. Einer Insa-Umfrage von Ende Januar zufolge würde sie derzeit auf sieben Prozentpunkte kommen. In Rheinland-Pfalz, wo zwei Wochen später gewählt wird, steht sie bei sechs Prozent.
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