Die Vorsitzende der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung, Annegret Kramp-Karrenbauer, ist „zutiefst verärgert“ über die jüngste öffentliche Debatte über eine mögliche erste Bundespräsidentin. Kramp-Karrenbauer, die selbst zum erweiterten Kandidatinnenkreis für die Bundespräsidenten-Wahl im kommenden Jahr gezählt wird, wandte sich strikt gegen öffentliche „Bewerbungsreden“.
„Ich muss ganz ehrlich sagen, diese Debatte, die wir in den letzten Wochen führen, ärgert mich zutiefst. Weil: Es geht hier um das höchste deutsche Staatsamt und wir führen uns auf wie in einem Teppich-Bazaar“, sagte sie im Gespräch mit WELT TV. „Deswegen ist das keine Debatte, die man führt – die man öffentlich führt – und schon gar keine Bewerbungsreden irgendwo hält.“ Das Amt habe Würde, fügte sie an und diese müsse gewahrt werden.
Am 18. März 2027 wird die zweite Amtszeit von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier enden. Er kann nicht wiedergewählt werden. Ein Datum für die Bundespräsidenten-Wahl steht noch nicht fest. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) will nach den Landtagswahlen im September zusammen mit den Parteivorsitzenden von CSU und SPD einen Vorschlag für die Nachfolge machen. „Ich möchte, dass wir eine Persönlichkeit in dieses Amt wählen, die das Land in der ganzen Breite repräsentiert“, sagte der gerade wiedergewählte CDU-Vorsitzende nach dem Parteitag in Stuttgart dem Fernsehsender Phoenix. „Und ich möchte, dass wir eine Persönlichkeit in dieses Amt wählen, die auch Orientierung gibt, auch in schwierigen Zeiten.“
SPD-Chef Lars Klingbeil wünscht sich eine Frau im höchsten Staatsamt. Dafür sei es „höchste Zeit“. „Ich bin auch offen für Persönlichkeiten, die parteipolitisch nicht so stark verortet sind. Wichtig ist eine Persönlichkeit, die Menschen zusammenführen kann, die für das Gemeinsame steht und unserem Land in diesen Zeiten Orientierung gibt“, betonte Klingbeil. Ebenso warb Grünen-Fraktionschefin Britta Haßelmann für eine Frau im Schloss Bellevue, dem Amtssitz des Bundespräsidenten.
CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann zeigte sich wie Klingbeil offen für einen Nicht-Politiker als nächsten Bundespräsidenten. Im Magazin „Stern“ hatte Linnemann auf Joachim Gauck verwiesen. Der parteilose Theologe war von 2012 bis 2017 Bundespräsident. Er war 2012 als gemeinsamer Kandidat von CDU/CSU, FDP, SPD und den Grünen angetreten.
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