- Jeweils 2,5 Prozent 2026 und 2027
- Zusätzliche Entgeltstufe für Berufserfahrung
- Zählverfahren zu gewerkschaftlicher Zuständigkeit
- DB-Personalvorstand lobt "faires Ergebnis"
- Erste streikfreie Tarifrunde seit acht Jahren
Bahnreisende müssen zwei Jahre lang nicht mit streikbedingten Zugausfällen rechnen. Die Deutsche Bahn und die Lokführer-Gewerkschaft GDL haben sich auf einen neuen Tarifvertrag mit höheren Löhnen und Gehältern geeinigt. Wie beide Seiten mitteilten, steigen die Entgelte am 1. August 2026 und am 1. August 2027 um jeweils 2,5 Prozent. Die Beschäftigten bekommen im April zudem eine Einmalzahlung von 700 Euro, für Auszubildende und Dual Studierende sind es 350 Euro.
Zusätzliche Entgeltstufe für Berufserfahrung
Die GDL konnte zudem ihre Forderung nach einer zusätzlichen Entgeltstufe für Beschäftigte mit besonders langer Berufserfahrung durchsetzen. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von zwei Jahren und endet Ende 2027 – zeitgleich mit dem Tarifvertrag zwischen der Bahn und der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG. Für die anschließende nächste Verhandlungsphase vereinbarten die Tarifpartner bereits eine Friedenspflicht bis Ende März 2028. Bis dahin dürfte es also keine Streiks geben.
Zählverfahren zu gewerkschaftlicher Zuständigkeit
Zudem einigten sich GDL und Bahn auf eine "gemeinsame Handhabung" des Tarifeinheitsgesetzes. Unter anderem soll es ein notarielles Zählverfahren der Gewerkschaftsmitglieder in den einzelnen Bahnbetrieben geben. Hintergrund ist der Konkurrenzkampf der GDL mit der größeren Bahngewerkschaft EVG. Das Zählverfahren soll festlegen, welche Gewerkschaft in welchem Betrieb zuständig ist. Vor allem über diese Frage gab es zuletzt immer wieder Streit und auch zahlreiche Gerichtsverfahren. Von den rund 300 Betrieben bei der Bahn werden derzeit weniger als 20 als GDL-Mehrheitsbetriebe gewertet.
DB-Personalvorstand lobt "faires Ergebnis"
DB-Personalvorstand Martin Seiler sprach von einem "fairen und tragfähigen Ergebnis". Gerade zum Schluss sei intensiv darum gerungen worden, aber es sei immer konstruktiv und sachlich geblieben. Die GDL erklärte, der Tarifabschluss stärke den "Kernbetrieb" Eisenbahn und hebe die materielle Grundlage zahlreicher Berufsgruppen auf ein neues Niveau.
Erste streikfreie Tarifrunde seit acht Jahren
Es ist die erste Tarifrunde zwischen der Bahn und der GDL seit acht Jahren, die ohne Streiks endet. Der Tarifvertrag mit der GDL war Ende 2025 ausgelaufen. Bis Ende Februar 2026 galt eine Friedenspflicht. In der Vergangenheit waren die Verhandlungen unter dem damaligen GDL-Chef Claus Weselsky immer wieder von langen Streikwellen und gegenseitigen Vorwürfen geprägt.
Die Tarifverträge der GDL gelten für rund 10.000 Mitarbeiter. Das sind etwa fünf Prozent des gesamten Bahn-Konzerns. Neben dem Staatsunternehmen DB verhandelt die GDL auch mit rund 60 anderen Tarifpartnern.
dpa/AFP/Reuters, MDR (dni)
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