Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Henning Otte, fordert mehr Tempo bei der Anwerbung neuer Soldaten. In seinem Jahresbericht 2025 heißt es, ein Erfolg des neuen Wehrdienstmodells sei zwingend, um die angestrebte Zahl von 260.000 aktiven Soldaten und 200.000 Reservisten bis Mitte der 2030er Jahre zu erreichen. Sollte Freiwilligkeit nicht reichen, sei die Wehrpflicht der nächste Schritt.
Abbruchquote in der Bundeswehr weiterhin hoch
Henning OtteBildrechte: picture alliance/dpa | Elisa SchuOtte erklärte, zwar habe man mit 25.000 Einstellungen das stärkste Jahr seit dem Aussetzen der Wehrpflicht verzeichnet. Die Probleme bei der Personalgewinnung blieben aber gravierend. Die Abbruchquote liege weiter bei rund 20 Prozent. Um Frustration in der Truppe zu vermeiden, müssten Kasernen dringend saniert, die Digitalisierung vorangetrieben und die Verwaltung entschlackt werden.
Otte forderte zudem einen Bruttosold von monatlich mindestens 2.600 Euro und weitere Vergünstigungen, die Einrichtung von Musterungszentren und den Aufbau von Ausbildungs- und Unterbringungskapazitäten.
Mehr Straftaten gegen die Bundeswehr und Anstieg bei Fehlverhalten in der Truppe
Im Wehrbericht heißt es weiter, die Zahl der gegen die Bundeswehr verübten Straftaten sei auf 112 gestiegen. Dazu zählten sechs Brandanschläge und zehn Sabotageakte. Das verdeutliche, wie sehr sich die Bedrohungslage verschärft habe. Aber auch "bei Vorgängen bezüglich Rechtsextremismus, sexualisiertem Fehlverhalten und sexueller Selbstbestimmung bis hin zu Mobbing" registrierte der Wehrbeauftragte einen erneuten deutlichen Anstieg.
Derzeit zählt die Truppe gut 184.000 Streitkräfte. Auch den Frauenanteil von derzeit 13,7 Prozent bezeichnete Otte als "viel zu wenig". Das Potenzial müsse stärker ausgeschöpft werden.
dpa/epd/AFP(rnm)
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