Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze sieht nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg Parallelen zum Wahlkampf im eigenen Bundesland. Der CDU-Politiker sagte dem MDR, er rechne auch bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit einer Zuspitzung auf zwei Parteien. Zudem seien Umfragewerte – selbst über einen längeren Zeitraum – noch keine Wahlergebnisse.

Schulze betonte, die Menschen schauten sehr genau, wem sie zutrauten, die Herausforderungen der Zeit zu meistern. Eine Zuspitzung auf Personen sei daher auch in Sachsen-Anhalt zu erwarten. Er selbst fahre einen klaren Kurs und gehe auch mal einen anderen Weg als im Bund.

Siegmund: Wollen erste AfD-Alleinregierung möglich machen

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Siegmund: Wollen erste AfD-Alleinregierung möglich machen

AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund aus Sachsen-Anhalt sieht seine Partei nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg im Aufwind.

MDR AKTUELLMo09.03.202608:03Uhr00:29 min

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AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund sieht seine Partei angesichts des Ergebnisses in Baden-Württemberg auf dem richtigen Weg. Im MDR sagte er, er wolle sich nirgendwo verbiegen für irgendwelche Machtoptionen. Ziel sei, im Herbst die erste AfD-Alleinregierung in Deutschland möglich zu machen. Man könne Sachsen-Anhalt nicht mit denjenigen retten, die das Land seit 20, 30 Jahren sehenden Auges vor die Wand führen.

Auf die Verwandtenaffäre angesprochen sagte er, die Menschen hätten die Kampage durchschaut, ließen sich aber nicht ablenken. Die AfD werde sich vom politischen Fokus auch in den nächsten Monaten nicht abbringen lassen.

Banaszak: Wahlkampf-Strategie hat sich ausgezählt

Der Grünen-Co-Vorsitzende Felix Banaszak.Bildrechte: picture alliance / dts-Agentur

Die Grünen setzen nach dem baden-württembergischen Wahlergebnis auf Rückenwind auch im Bund. Dass Spitzenkandidat Cem Özdemir auf Wahlplakaten lediglich das Logo seiner Partei gezeigt hatte, nicht aber den Namen, störe keineswegs, sagte Grünen-Bundesparteivorsitzender Felix Banaszak im MDR. Die Strategie sei gemeinsam verabredet. Özdemir habe sich nicht zum Parteivorsitzenden der Grünen beworben, sondern als Ministerpräsident für alle Menschen in Baden-Württemberg.

Banaszak verwies zudem auf die Aufholjagd seiner Partei, die zwischenzeitlich in Umfragen bei 17 Prozent stand und schließlich 30 Prozent hole. Es lohne sich zu kämpfen, folgerte der Parteichef.

Türkische Gemeinde freut sich über Gastarbeiter-Erfolgsgeschichte

Erfreut über den Wahlsieg von Özdemir zeigte sich auch die Türkische Gemeinde Deutschlands. Vorsitzender Gökay Sofuoglo sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, dies sei eine "Erfolgsgeschichte der Gastarbeitergeneration" und eine "Normalisierung der Gesellschaft". Özdemir verkörpere die Identifikation mit dem Land und werde so unabhängig von seinen politischen Ansichten ein Vorbild für viele junge Menschen mit Zuwanderungsgeschichte.

MDR, KNA, epd (rnm)

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