Seine Vorliebe für Baseballcaps, überlange Krawatten und goldverzierte Inneneinrichtungen dürfte weithin bekannt sein. Mit deutlich weniger Aufmerksamkeit bedachte die Öffentlichkeit bislang die Schuhe von US-Präsident Donald Trump. Der 79-jährige Republikaner setzt auf die Marke Florsheim Shoes. Von den Oxford-Schuhen aus Leder zeigt er sich derart begeistert, dass er sie an Berater, Senatoren, Minister und Mitarbeiter des Weißen Hauses verschenkt, wie das „Wall Street Journal“ berichtet.
Die ersten Paare soll Trump vergangenen Dezember J.D. Vance und Außenminister Marco Rubio überreicht haben. Bei einer Veranstaltung zu Ehren des Schauspielers und Kennedy-Center-Preisträgers Sylvester Stallone erinnerte sich der US-Vizepräsident an die Anekdote. „Marco, J.D., eure Schuhe sind echt mies“, soll der US-Präsident gesagt haben. Anschließend soll er einen Katalog hervorgeholt und die Schuhgrößen der Anwesenden abgefragt haben. „Der Präsident lehnt sich dann in seinem Stuhl zurück und sagt: ‚Wissen Sie, man kann viel über einen Mann anhand seiner Schuhgröße erfahren‘“, berichtete Vance unter dem Gelächter der Zuhörer.
Mittlerweile soll Trump laut „Wall Street Journal“ die Schuhe großzügig verteilen. „Alle Jungs haben sie“, sagte eine Mitarbeiterin des Weißen Hauses gegenüber der New Yorker Tageszeitung. Neben Vance und Rubio bedachte der US-Präsident unter anderem Kriegsminister Pete Hegseth, Handelsminister Howard Lutnick, Kommunikationsdirektor Steven Cheung, Senator Lindsey Graham und Fox-News-Moderator Sean Hannity mit dem knapp 145 US-Dollar teuren Schuhwerk. Im Januar schenkte er seinem langjährigen Fürsprecher Tucker Carlson ein Paar.
In Gegenwart Trumps tragen die Beschenkten ihre Oxford-Schuhe – manche jedoch widerwillig. „Es ist total witzig, weil sich alle fürchten, sie nicht zu tragen“, schilderte ein Mitarbeiter der Tageszeitung. Medienberichte legen zudem nahe, dass der US-Präsident dazu übergegangen sei, die Schuhgrößen seiner Mitarbeiter zu schätzen. Zahlreiche Aufnahmen zeigen insbesondere Außenminister Rubio mit deutlich zu großen Schuhen.
Mit seinen „winzigen Knöcheln“ versinke Marco Rubio in den „riesigen Clownsschuhen“, die ihm der US-Präsident geschenkt habe, frotzelte Late-Night-Talker Stephen Colbert. „Er sieht aus wie ein Kind, das die Schuhe seines Vaters anprobiert, um den ‚Minister of Big Boys‘ zu spielen.“
Auch hierzulande spotten Kommentatoren darüber, dass Trump seinen Ministern aufzwingt, die übergroßen Schuhe gegen ihren Willen zu tragen. „Aber sie machen es halt, weil sie natürlich jämmerliche Arschkriecher sind“, bemerkte Autor Micky Beisenherz im Podcast „Apokalypse & Filterkaffee“. Seinen Gast, den politischen Influencer Levi Penell, erinnerten die folgsamen Mitarbeiter an einen „Hofstaat“.
1892 hatte der deutsche Einwanderer Sigmund Florsheim gemeinsam mit seinem Sohn Milton S. Florsheim das Unternehmen in Chicago gegründet. US-Präsident Harry S. Truman trug die Marke nach dem Zweiten Weltkrieg. Später setzte Popstar Michael Jackson die Schuhe beim Tanzen prominent in Szene. Nachdem Florsheim Shoes 2002 Insolvenz angemeldet hatte, kaufte die Weyco Group die Firma für 45 Millionen US-Dollar.
Besagte Muttergesellschaft aus dem US-Bundesstaat Wisconsin hatte im Dezember gegen die Regierung von Donald Trump wegen dessen Zoll-Politik geklagt. In Erwartung der Entscheidung des Obersten Gerichtshofs forderte das Unternehmen dazu auf, „den beispiellosen Machtgriff des Präsidenten für illegal zu erklären“. Zudem verlange der Schuhhersteller die Rückerstattung der im Vorjahr gezahlten 16 Millionen US-Dollar an Zöllen – zuzüglich Zinsen.
Nachdem der Oberste Gerichtshof die Zölle des US-Präsidenten gekippt hatte, begrüßte die Weyco Group in einer gemeinsamen Erklärung mit anderen Unternehmen die Entscheidung. „Die ursprüngliche Idee hinter den Zöllen war wirtschaftsfreundlich, und es scheint, als sei dieser wirtschaftsfreundliche Aspekt irgendwie verloren gegangen“, sagte dazu Tom Florsheim, CEO der Weyco Group, gegenüber Spectrum News 1. Seine Firma habe zeitweise 145 Prozent Zoll auf in China hergestellte Schuhe entrichten müssen. „Sie zahlen mehr für den Zoll als für die Schuhe.“
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