Dem CEO des Datenanalyse-Unternehmens Palantir zufolge wird das „disruptive“ Potenzial von Künstlicher Intelligenz flächendeckend unterschätzt. So werde die Technologie den Einfluss von „gut ausgebildeten, oftmals weiblichen Wählern, die mehrheitlich für die Demokraten stimmen“, verringern, sagte Alex Karp dem Sender CNBC in Bezug auf das US-amerikanische Wahlsystem.
Seine Vorhersage lässt sich wohl auch auf die politischen Verhältnisse in anderen Ländern übertragen, inklusive Deutschland: „Diese Technologie wirft (die Verhältnisse) geisteswissenschaftlich ausgebildeter – vor allem demokratischer – Wähler durcheinander und verringert ihre ökonomische Macht“, führte der Unternehmer aus. „Und sie erhöht die ökonomische Macht von Wählern mit Berufsausbildung – Arbeiterklasse, oft männlich.“
Das disruptive Potenzial von Künstlicher Intelligenz werde selbst im Silicon Valley nicht in seinem vollen Ausmaß erkannt, glaubt Karp. Diese Entwicklungen würden „jeden Aspekt unserer Gesellschaft“ durcheinanderbringen. „Damit das funktioniert, müssen wir zu einer Vereinbarung kommen, wozu wir diese Technologie verwenden; wie wir das den Menschen erklären, die aus ihrer Perspektive vermutlich schlechtere und weniger interessante Jobs haben werden.“
Karp bezeichnet diese Form von Technologie selbst als „gesellschaftlich gefährlich“. Es gebe nur eine Rechtfertigung für ihren Einsatz: „Wenn wir es nicht tun, tun es unsere Gegner. Und wir werden unter ihren Gesetzen leben müssen.“ Es gehe um „die Fähigkeit, in naher und ferner Zukunft amerikanisch sein zu können“.
Kritik wegen Verbindungen zur US-Regierung
Karp gründete 2003 unter anderem zusammen mit dem Investor Peter Thiel das Unternehmen Palantir Technologies. Palantir ist spezialisiert auf die Auswertung großer Datenmengen, etwa bei Überwachungssoftware. Das Unternehmen hat in den USA mehrfach Regierungsaufträge bekommen, auch vom Pentagon. Sowohl Palantir als auch Karp werden wegen dieses Geschäftsmodells häufig scharf kritisiert.
Und so werden Karps jüngste Aussagen von Kritikern als Werbung für die Trump-Regierung verstanden. Karps Wortmeldung höre sich an wie ein „direkter, langfristig angelegter Pitch“ an das Trump-Lager, schreibt etwa die Website „The New Republic“: „Karps Botschaft ist laut und deutlich: Meine Technologie wird politisches Kapital von einem eurer größten politischen Gegner abziehen – linken Frauen mit Uni-Abschluss – und es an eine eurer bevorzugten Gruppen geben – Männer aus der Arbeiterklasse –, damit die wiederum mehr politische Macht an euch vergeben kann.“
Transparenzhinweis: Alex Karp war vom 3. Mai 2019 bis Anfang 2020 Mitglied des Aufsichtsrats der Axel Springer SE.
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