Vor dem Hintergrund nachlassender Aufmerksamkeit für den Krieg in seinem Land ist der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nach London gereist. „Die Regime in Russland und im Iran sind Brüder im Hass“, sagte Selenskyj als Gastredner im britischen Parlament. „Und wir wollen, dass Regime, die auf Hass beruhen, niemals, wirklich niemals, in irgendetwas gewinnen. Und wir wollen, dass kein solches Regime Europa oder unsere Partner bedroht.“
Seit Beginn des Iran-Kriegs fürchtet Kiew, dass die internationale Unterstützung nachlässt. Mehrfach bot Selenskyj den Monarchien am Persischen Golf und den USA Hilfe bei der Abwehr iranischer Drohnen an. Der Präsident teilte der Agentur Interfax-Ukraine zufolge in London auch mit, dass bereits 201 ukrainische Militärexperten in Länder des Nahen Ostens entsandt worden seien, um bei der Abwehr von iranischen Drohnenangriffen zu helfen. „Weitere 34 stehen bereit für den Einsatz“, sagte er.
„Es handelt sich um Militärexperten, die wissen, wie man sich verteidigt und wie man gegen Shahed-Drohnen vorgeht“, erklärte Selenskyj. „Unsere Teams befinden sich bereits in den Vereinigten Arabischen Emiraten, in Katar und in Saudi-Arabien und sind auf dem Weg nach Kuwait. Wir arbeiten mit mehreren anderen Ländern zusammen – die Vereinbarungen sind bereits unterzeichnet“, sagte er.
Zuvor hatte er stets erklärt, dass die Ukraine nur helfen könne im Nahen Osten, wenn dies nicht zulasten des Verteidigungskampfes seines Landes gegen die russischen Angriffe gehe. Russland greift die Ukraine täglich mit Drohnen an.
US-Präsident Donald Trump wies das ukrainische Hilfsangebot brüsk zurück. Auch im britischen Parlament stellte Selenskyj ausführlich die ukrainischen Erkenntnisse und Fähigkeiten etwa mit Abfangdrohnen und Seedrohnen vor. Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren mit westlicher Hilfe gegen die russische Invasion. Insbesondere die ukrainische Flugabwehr wurde dabei modernisiert.
„Unsere Prioritäten sind klar: mehr Sicherheit und Möglichkeiten für die Ukraine“, schrieb Selenskyj in den sozialen Medien vor seiner Rede. In Großbritannien traf der ukrainische Präsident zuvor auf den britischen König Charles III., während seiner Rede waren auch Premierminister Keir Starmer und Nato-Generalsekretär Mark Rutte anwesend.
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