Nicht nur Kulturstaatsminister Wolfram Weimer wurde in Leipzig Ziel von Demonstranten: Bei der Buchmesse kam es vor einer Gesprächsrunde mit einem ehemaligen israelischen Militärsprecher zu Protesten.
Etwa 60 Personen zogen von der Karl-Heine-Straße in Leipzig in Richtung Felsenkeller, dem Veranstaltungsort. Dabei skandierten die Protestierenden Parolen gegen Israel und für Palästina und verwiesen auf „Kriegspropaganda“, die ihrer Meinung nach im Rahmen der Veranstaltung stattfinden solle.
Am Mittwochabend war eine Gesprächsrunde mit dem israelischen Regierungsmitarbeiter und Ex-Militärsprecher Arye Sharuz Shalicar und der FDP-Politikerin Linda Teuteberg geplant. Bereits zuvor hatte es politische Graffitis an der Fassade des Felsenkellers gegeben. Zwei Täter sprühten großflächige Schriftzüge mit Bezug zum Nahost-Konflikt, wie die Polizei mitteilte.
Die Polizei sichert die antiisraelische Demo abEs seien Ermittlungen aufgenommen worden wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen sowie wegen Sachbeschädigung.
Buhrufe für Weimer bei Festakt zur Buchmesse-Eröffnung
Auch Wolfram Weimer wurde in Leipzig Ziel von Protesten – der Kulturstaatsminister wurde beim Festakt zur Eröffnung der Leipziger Buchmesse von Teilen des Publikums ausgebuht. Seine Rede im Gewandhaus in Leipzig wurde immer wieder von Zwischenrufen unterbrochen.
Die Kritik an Weimer richtet sich vor allem gegen seine Entscheidung, drei linke Buchläden wegen „verfassungsschutzrelevanter Erkenntnisse“ von der Nominierungsliste für den Deutschen Buchhandelspreis zu streichen.
Katrin Göring-Eckardt nahm ebenfalls an der Demo gegen Weimer teilBereits vor Beginn des Festaktes hatten mehrere Hundert Menschen vor dem Gewandhaus gegen Weimers Kulturpolitik demonstriert, darunter auch die Grünen-Bundestagsabgeordnete Katrin Göring-Eckardt.
Dabei wurde auch ein Statement der drei linken Buchläden aus Bremen, Berlin und Göttingen verlesen. „Wir haben uns auf einen Preis beworben, hätten ihn bekommen, wurden belogen und nachträglich gestrichen, weil wir einem erzkonservativen Minister nicht in den Kram passen“, hieß es darin. Die Buchläden klagen gegen ihre Streichung von der Nominierungsliste.
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