Die französische Zeitung „Le Monde“ berichtet über ein mögliches Sicherheitsleck bei der französischen Marine: Über die Fitness-App Strava habe sich der Einsatzverband des französischen Flugzeugträgers „Charles de Gaulle“ im östlichen Mittelmeer nahezu in Echtzeit lokalisieren lassen.

Auslöser war demnach das öffentliche Nutzerprofil eines jungen Marineoffiziers. Der Mann soll am 13. März um 10.35 Uhr mit seiner Smartwatch ein Lauftraining von etwas mehr als sieben Kilometern aufgezeichnet und, offenbar unbemerkt, im Internet veröffentlicht haben.

Nach Darstellung von „Le Monde“ ließ sich über diese Daten die Position des französischen Trägerverbands nordwestlich von Zypern und rund 100 Kilometer vor der türkischen Küste nachvollziehen. Die Präsenz des Verbands in der Region ist zwar kein Geheimnis. Präsident Emmanuel Macron hatte den Einsatz des Flugzeugträgers Anfang März angeordnet, kurz nach Beginn des Iran-Krieges. Brisant ist aber, dass durch die öffentlich einsehbaren Fitnessdaten die genaue Position des Verbands praktisch live in einem Krisengebiet erkennbar geworden ist.

Nach der Recherche konnte über das Strava-Profil des Offiziers nicht nur der Aufenthalt des Verbands im März rekonstruiert werden. Auch frühere Bewegungen ließen sich demnach nachvollziehen: So habe eine aufgezeichnete Laufeinheit vom 14. Februar den Mann vor der Küste der Normandie nahe Cherbourg verortet. Am 26. und 27. Februar hätten Daten einen Aufenthalt in Kopenhagen angezeigt, während der Flugzeugträger gleichzeitig in Malmö in Schweden angelegt habe. Am 13. März sei der Offizier dann im östlichen Mittelmeer zu lokalisieren gewesen.

„Le Monde“ schreibt weiter, die Daten hätten sich mit Satellitenbildern abgleichen lassen. Zwischen dem erfassten Lauf und dem fotografierten Standort des Flugzeugträgers eine Stunde später habe es eine Abweichung von rund sechs Kilometern gegeben. Das könne darauf hindeuten, dass sich der Matrose auf einem Begleitschiff befand oder sich der Flugzeugträger schlicht so weit weiterbewegt hatte.

Der französische Generalstab bestätigte der Zeitung zufolge, dass die Veröffentlichung eines solchen Laufprofils „nicht den geltenden Vorgaben“ entspreche. Die Streitkräfte erklärten demnach, Marinesoldaten würden regelmäßig für Fragen der digitalen Sicherheit sensibilisiert.

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