SBundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) will das Thema Zivilschutz im deutschen Schulalltag verankern. Angesichts von Bedrohungslagen wie Blackouts, Hochwasser, Terror und Krieg müsse Deutschland besser vorbereitet sein – und zwar bereits im Klassenzimmer, sagte er der „Bild am Sonntag“. Er wolle sich dafür einsetzen, dass Schüler künftig gezielt für den Ernstfall geschult werden.

„Zivile Verteidigung gehört in die Schulen. Vorsorge schafft Sicherheit“, betonte Dobrindt. Schüler würden so zu Krisenvorsorge-Kennern: „Sie tragen das Wissen so direkt in die Familien hinein.“

Nach den Plänen des Ministers soll das Thema bei der nächsten Innenministerkonferenz im Juni konkret besprochen werden. Vorgesehen ist demnach eine verpflichtende Doppelstunde pro Halbjahr. In dieser Zeit sollen Schüler praxisnahes Wissen erwerben: vom richtigen Verhalten bei Stromausfällen und Naturkatastrophen über das Erkennen von Warnsignalen bis hin zu Notfallkontakten und der Vorsorge zu Hause.

Krisenvorsorge als Schulfach: Blick ins Ausland

Das Konzept der Krisenvorsorge in Schulen ist in vielen Ländern bereits fest verankert. In Finnland gilt der Zivilschutz als fester Bestandteil der schulischen Ausbildung. Das Land wird häufig als europäischer „Musterschüler“ bezeichnet. „Resilienztraining“ ist dort von der Grundschule an integriert. Schüler lernen unter anderem das sogenannte „72-Stunden-Konzept“, das Haushalte dazu befähigen soll, Krisensituationen mehrere Tage lang eigenständig zu bewältigen.

Auch in Japan beginnt die Vorbereitung auf Krisen früh. Aufgrund der ständigen Gefahr durch Erdbeben und Tsunamis setzt das Land bereits im Kindergarten an. Notfallübungen gehören zum routinemäßigen Schulalltag und werden regelmäßig durchgeführt.

In Lettland ist Verteidigungsunterricht seit dem Schuljahr 2024 verpflichtend. Das Fach richtet sich an Schüler der 10. und 11. Klassen.

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