Der israelische Außenminister Gideon Saar hat wütend auf einen X-Post des deutschen Botschafters Steffen Seibert reagiert. „Botschafter Seibert fällt es schwer, Angriffe auf Israelis zu verurteilen, ohne die Palästinenser zu erwähnen“, schrieb Saar auf der Plattform X. „Gut zu wissen, dass bald ein neuer Botschafter kommt – einer, der die israelisch-deutschen Beziehungen stärken wird.“ Das israelische Außenministerium warf Seibert fehlende Empathie für Israel vor.

Steffen Seibert – einstiger ZDF-Moderator und Ex-Regierungssprecher – ist noch bis zum Sommer 2026 Botschafter in Israel, anschließend geht der 65-Jährige in den Ruhestand. Ein Nachfolger ist noch nicht benannt.

Seibert hatte am Sonntagabend in seinem X-Post von einem Tag der Trauer und Empörung nach dem Tod eines Israelis durch Hisbollah-Beschuss und hunderten Verletzten durch iranische Raketen gesprochen. Zugleich schrieb er über Siedlergewalt gegen palästinensische Dorfbewohner im Westjordanland. Zuvor war es zum Tod eines Siedlers gekommen.

Wegen der Kritik an Siedlergewalt warf Saar Seibert eine „Besessenheit auf die in Judäa und Samaria lebenden Juden“ vor, die ihn daran hindere, den Tod eines Juden durch Palästinenser zu verurteilen. Als Judäa und Samaria bezeichnet die israelische Regierung die Gebiete im Westjordanland.

Botschafter: Wir stehen an der Seite Israels

In einer eigenen Reaktion auf Saars X-Post betonte Botschafter Seibert, Deutschland stehe in dem gegenwärtigen Krieg gegen den Iran an der Seite Israels. Es habe die iranischen Angriffe auf israelische Zivilisten und den „verbrecherischen Einsatz von Streubomben öffentlich verurteilt“, schrieb der Diplomat in seiner Erwiderung auf X. „Die Gewalt der Siedler bereitet uns, wie auch dem israelischen Präsidenten und anderen führenden Politikern, große Sorgen“, fügte er hinzu.

Israel hatte im Sechstagekrieg 1967 unter anderem das Westjordanland und Ost-Jerusalem erobert. Dort leben heute inmitten von drei Millionen Palästinensern rund 700.000 israelische Siedler. Die Palästinenser beanspruchen die Gebiete für einen eigenen Staat mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt. Seit dem Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023 hat sich die Gewalt extremistischer Siedler gegen Palästinenser deutlich erhöht.

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