- Bundesaußenminister Johann Wadephul sieht erste Zeichen für eine Entschärfung des Iran-Kriegs.
- Die Fünf-Tage-Frist sei eine Chance für weitere Gespräche.
- Auch das Erreichen von Trumps militärischen Zielen könne ein Ende der Kampfhandlungen bedeuten.
Bundesaußenminister Johann Wadephul bewertet die jüngsten Kontakte zwischen den USA und dem Iran als möglichen Schritt in Richtung Deeskalation. Der CDU-Politiker sagte MDR AKTUELL, die indirekten Gespräche seien ein erster Ansatzpunkt.
"Das ist ein zartes Pflänzchen, aber immerhin, es ist ein Anfang und ich denke, wir sollten alle uns bemühen, dass dieses gedeiht und dass es eine Möglichkeit gibt, diesen Konflikt zu kontrollieren", erklärte der Minister.
Fünf-Tage-Frist als Chance für weitere Gespräche
Zugleich begrüßte Wadephul die von US-Präsident Donald Trump gesetzte Fünf-Tage-Frist, in der keine iranischen Energieanlagen angegriffen werden sollen. Das sei ein wichtiger Zeitraum, in dem weitere Gespräche möglich seien und nach Auswegen gesucht werden könne.
In Bezug auf weiter steigende Energiepreise oder einen möglichen Energiekrieg sagte Wadephul: "Dieser Konflikt hat jedes Potenzial, [...] sich zu einem richtig großen Krieg auszuwachsen, zu einem großen Konflikt, der uns alle betreffen würde."
Wadephul: Kampfhandlungen könnten enden, wenn Trump seine militärischen Ziele erreicht
Der Außenminister zeigte sich aber vorsichtig optimistisch, dass die Kampfhandlungen bald zu einem Ende kommen könnte: "Dafür gibt es deswegen eine Chance, weil wir vom amerikanischen Präsidenten hören, dass die militärischen Ziele, die er sich gesetzt hat [...] wohl erreichbar sind oder bald erreicht werden."
Dazu gehören die Zerstörung des Nuklearprogramms und des ballistischen Raketenprogramms des Iran.
Außenminister der G7-Staaten beraten sich in Paris
Dass Trump zuletzt keine weitere Ausweitung der Kampfhandlung ankündigt, sondern von Gesprächen berichtet, in denen man sich auf Dinge geeinigt habe, könne ein "Wendepunkt" in dem Konflikt sein, so Wadephul. Deutschland habe dafür auch diplomatische Unterstützung angeboten. "Das, was wir beitragen können, werden wir beitragen."
Der Iran-Krieg wird auch in den kommenden Tagen bei einem Außenministertreffen der G7-Staaten in Paris Thema sein. Zu den G7 gehören Deutschland, Kanada, Frankreich, Italien, Japan, Großbritannien und die USA.
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