• Höhere Zuschüsse als bisher geplant
  • Bestandsschutz für Riester-Verträge
  • Linke würde lieber gesetzliche Rente stärken

Ab Januar soll es neue Möglichkeiten geben, privat und staatlich gefördert für das Alter vorzusorgen. Der Bundestag beschloss in Berlin einen Nachfolger für die immer unbeliebtere Riester-Rente. Die neuen Produkte seien kostengünstiger, flexibler und vor allem renditestärker, erklärten Union und SPD. Die Bundesregierung will damit erreichen, dass mehr Menschen privat Geld für die Rente zurücklegen.

Das neue steuerlich geförderte Vorsorgemodell sieht unter anderem die Einführung von Altersvorsorge-Depots ohne Garantievorgaben vor, mit dem etwa in Fonds oder andere Anlageklassen investiert werden kann. Verträge sollen künftig auch als einfacheres, sogenanntes Standardprodukt abgeschlossen werden können, das auch von einem öffentlichen Träger angeboten wird.

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil sagte kurz vor der Sitzung, die Reform sei "ein wirklicher Meilenstein". Die dritte Säule der Alterssicherung werde damit neben der gesetzlichen und betrieblichen Altersvorsorge gestärkt. Klingbeil sprach von einem "wirklichen Game Changer". Der SPD-Politiker dankte den Regierungsfraktionen für rasche Verhandlungen im Parlament. Mit dort vereinbarten Änderungen sei die private Altersvorsorge für kleinere Einkommen nochmals attraktiver gemacht worden

Höhere Zuschüsse als bisher geplant

Für Leute, die nur wenig sparen können, soll es höhere Zuschüsse geben als bisher geplant. Außerdem sollen auch Selbstständige eine Förderung erhalten können. Nach den Änderungen am bisherigen Entwurf, der unter anderem auch als sozial nicht ausgewogen kritisiert worden war, soll es nun bei einem monatlichen Ansparbetrag bis zu 30 Euro eine Grundzulage von 50 Cent pro Euro fließen. Für Beträge bis zu 150 Euro sind 25 Cent vorgesehen.

Schon ab einem monatlichen Sparbetrag von 25 Euro soll es den vollen Kinderzuschlag von 300 Euro pro Kind und Jahr geben. Zuvor war dafür eine Sparrate von mindestens 100 Euro monatlich geplant gewesen.

Für Riester-Verträge gilt Bestandsschutz

Insgesamt soll die Förderung 540 Euro im Jahr aber nicht überschreiten, zuzüglich der Kinderzuschläge. Zudem soll es ein von einem öffentlichen Träger angebotenes Standard-Depot geben. Die Gebühren sollen bei maximal bei einem Prozent pro Jahr liegen. Der Verbraucherzentrale-Bundesverband bezeichnete deshalb die aktuelle Einigung bereits als "Meilenstein".

Für Riester-Verträge gibt es Bestandsschutz. Sparer können sie wie gewohnt mit der alten Förderung weiterführen. Dem Gesetzentwurf zufolge solle es aber auch möglich werden, mit dem Vertrag in das neue System zu wechseln.

Linke würde lieber gesetzliche Rente stärken

Der CDU-Finanzpolitiker Fritz Güntzler sagte MDR AKTUELL zu höheren Zuschüssen für kleinere Sparer: "Das war uns sehr wichtig, dass Menschen auch an den Erfolgen des Kapitalmarkts teilhaben können."

Der Linke-Politiker Sören Pellmann ist nicht überzeugt.Bildrechte: picture-alliance / Geisler-Fotopress | Bernd Elmenthaler

Lob kam auch von Dorothea Mohn vom Verbraucherzentrale-Bundesverband. Sie sagte zum geplanten Vorsorge-Depot: "Der Staat wird in die Organisation dieses staatlich verwalteten Produkts gehen und dafür sorgen, dass die Kapitalanlage vernünftig gestaltet ist und insbesondere dass die Kosten niedrig sind."

Die Linke allerdings sieht darin noch keine Alternative zur gesetzlichen Rente. Bundestags-Fraktionschef Sören Pellmann sagte dazu: "Wir wollen das Rentenniveau wieder auf 53 Prozent angehoben wissen. Wir wollen eine höhere Mindestrente und wir wollen insbesondere eine Rentenversicherung, in die alle einzahlen."

dpa/Reuters,epd/AFP, MDR (ksc)

Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt beim ursprünglichen Autor. Die erneute Veröffentlichung dieses Artikels dient ausschließlich der Informationsverbreitung und stellt keine Anlageberatung dar. Bei Verstößen kontaktieren Sie uns bitte umgehend. Wir werden bei Bedarf Korrekturen oder Löschungen vornehmen. Vielen Dank.