Die islamistische Huthi-Miliz ist an der Seite des Iran in den Krieg im Nahen Osten eingetreten. Die Gruppe aus dem Jemen reklamierte einen Raketenangriff auf Israel in den frühen Morgenstunden für sich. Die Rakete wurde von der israelischen Armee abgefangen, Verletzte oder Schäden hat es nicht gegeben.
Die Huthis, die weite Teile des Jemen kontrollieren, hatten zuvor bereits mit einem Eingreifen in den Iran-Krieg gedroht. Die vom Iran unterstützte Miliz ist wie die islamistische Hamas im Gazastreifen und die Hisbollah im Libanon Teil der iranischen „Achse des Widerstands“. Deren erklärtes Ziel ist die Vernichtung Israels.
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Bereits nach Beginn des durch den Hamas-Angriff auf Israel ausgelösten Gaza-Krieg am 7. Oktober 2023 hatten die Huthis Israel mit Raketen und Drohnen angegriffen. Zudem attackierten sie immer wieder Schiffe im Roten Meer und im Golf von Aden, die angeblich mit Israel in Verbindung standen. Seit Beginn einer Waffenruhe im Gazastreifen am 10. Oktober vergangenen Jahres hatten die Huthis jedoch keine Angriffe auf Israel oder auf Schiffe für sich reklamiert.
Analyst fürchtet Huthi-Angriffe auf Meerenge Bab el-Mandab
Experten trauen der Miliz zu, die wichtige Handelsroute vom Indischen Ozean durch das Rote Meer und den Suezkanal zu blockieren und damit einen globalen Wirtschaftsschock auszulösen. Das Rote Meer hat vor dem Hintergrund der Blockade der Straße von Hormus zunehmend an Bedeutung gewonnen. Saudi-Arabien hat einen Großteil seiner Ölexporte in den Hafen von Janbu am Roten Meer umgeleitet, um die Straße von Hormus zu umgehen.
Ahmed Nagi, Jemen-Analyst bei der Denkfabrik International Crisis Group, sagte am Samstag, die Huthis könnten weitreichender in den Konflikt eingriffen, etwa mit Attacken auf Schiffe in der Meerenge Bab el-Mandab, die das Rote Meer mit dem Indischen Ozean verbindet und zwischen Jemen und dem afrikanischen Dschibuti liegt.
Das könnte nicht nur die Ölpreise weiter in die Höhe treiben, sondern auch „die gesamte maritime Sicherheit“ kompromittieren. „Die Auswirkungen wären nicht auf den Energiemarkt begrenzt.“
Das Nadelöhr zum Suezkanal ist für die Weltwirtschaft von enormer Bedeutung. Normalerweise passieren rund zwölf Prozent des Welthandels die Meerenge Bab al-Mandab, darunter Öl, Erdgas, Getreide sowie Güter von Spielzeug bis Elektronik. Als das Containerschiff „Ever Given“ 2021 den Suezkanal blockierte, gerieten weltweite Lieferketten durcheinander.
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