Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu entlässt nach rassistischen und weiteren umstrittenen Äußerungen seinen Kabinettschef. „Ziv Agmon wird seinen Posten in den kommenden Tagen mit dem Amtsantritt seines Nachfolgers Ido Norden verlassen“, erklärte Netanjahu am Sonntagabend im Kurzbotschaftendienst X.
Agmon, der Netanjahu auch als Sprecher diente, hatte Medienberichten zufolge Juden marokkanischer Herkunft als „Paviane“ bezeichnet. Er hatte außerdem Abgeordnete von Netanjahus Likud-Partei wie auch Netanjahus Ehefrau und Sohn scharf kritisiert.
Der Ministerpräsident hatte zunächst Agmons Entschuldigung angenommen. Auf dem offiziellen Kanal der Likud-Partei im Onlinedienst Telegram wurde Netanjahu am Sonntag mit den Worten zitiert, Agmon solle im Amt bleiben, um „Stabilität und Kontinuität“ zu gewährleisten. Weniger als zwei Stunden später gab Netanjahu dann aber Agmons Entlassung bekannt.
An dessen designiertem Nachfolger Norden gab es aber am Montag ebenfalls Kritik. Der Jurist und Volkswirtschaftler soll unter anderem falsche Nutzerkonten auf X eröffnet haben, um Werbung für sein Buch zu machen.
Norden ist Chef der rechtsgerichteten Denkfabrik „Forum der hohen Beamten“, die dem öffentlichen Dienst in Israel sehr kritisch gegenübersteht. Bevor er Netanjahus Kabinettschef werden kann, muss er noch einer Sicherheitsüberprüfung des Inlandsgeheimdienstes Shin Bet unterzogen werden.
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