Am siebten Tag seit Einführung der neuen Regeln für Spritpreise hat Diesel erstmals im bundesweiten Durchschnitt mehr als 2,50 Euro gekostet. Unmittelbar nach der mittäglichen Erhöhung ermittelte der Automobilclub ADAC für 12:15 Uhr einen Preis von 2,502 Euro pro Liter. Das waren 9 Cent mehr als noch eine halbe Stunde zuvor. Super-Benzin der Sorte E10 verteuerte sich um 7,6 Cent auf 2,235 pro Liter.

Spritpreise steigen trotz 12-Uhr-Regel

Die Spritpreise waren infolge des Iran-Kriegs in den vergangenen Wochen weltweit gestiegen. Die schwarz-rote Bundesregierung hatte deshalb im Eilverfahren neue Vorschriften erlassen: Seit dem 1. April dürfen die Spritpreise an den Tankstellen nur noch einmal täglich um 12 Uhr mittags erhöht werden. Preissenkungen sind jederzeit erlaubt. Zudem bekam das Kartellamt mehr Befugnisse gegen überhöhte Preise.

Jedoch klettern die Spritpreise weiter von Rekord zu Rekord. Der ADAC erklärte, es bestätige sich zusehends, "dass Mineralölkonzerne die einmal tägliche Erhöhungsmöglichkeit für einen Risikozuschlag nutzen". Die Bundesregierung prüft deshalb weitere Maßnahmen, um Verbraucher zu entlasten.

Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Sepp Müller, kritisierte in diesem Zusammenhang auch die Mineralölkonzerne: Diese schlügen "rücksichtslos Profit aus der Situation", sagte er und forderte: "Der Präsident des Kartellamts muss die Ölkonzerne an die kurze Leine nehmen, die verschärften Gesetze geben ihm dafür alle Mittel."

Verbraucherzentrale fordert Änderung der 12-Uhr-Regel

Die Verbraucherzentrale forderte unterdessen eine Änderung der 12-Uhr-Regel. Die Tankstellen sollten demnach ihre Preise zu einem anderen Zeitpunkt anheben dürfen als bisher. Eine Sprecherin der Verbraucherzentrale sagte dem MDR, der günstigste Zeitpunkt zum Tanken liege aktuell kurz vor 12 Uhr. Da arbeiteten die meisten Menschen. Deutlich praktischer wäre es, wenn die Erhöhung am späten Nachtmittag oder Abend stattfinden würde.

dpa/AFP/MDR (mze)

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