Schwächelnde Wirtschaft, steigende Energiepreise und Unsicherheiten durch den Iran-Krieg erhöhen die Unzufriedenheit mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Gewinner ist offenbar die AfD. Sie kann im RTL/ntv-„Trendbarometer“ einen Prozentpunkt zulegen. Union und AfD kommen aktuell auf jeweils sechsundzwanzig Prozent.

Für SPD und BSW zeichnet die aktuelle Umfrage ein düsteres Bild. Die SPD verharrt die vierte Woche in Folge auf ihrem Allzeittief von zwölf Prozent. FDP und BSW fallen unter die Marke von drei Prozent und werden von Forsa nun nicht mehr gesondert ausgewiesen. Die Gruppe der sonstigen Parteien kommt zusammen auf elf Prozent, das sind zwei Punkte mehr als noch vor Ostern.

Die Werte der Parteien:

  • CDU/CSU: 26 Prozent (+/-0 Prozentpunkte)
  • AfD: 26 Prozent (+1 Prozentpunkt)
  • SPD: 12 Prozent (+/-0 Prozentpunkte)
  • Grüne: 15 Prozent (+/-0 Prozentpunkte)
  • Linke: 10 Prozent (+/-0 Prozentpunkte)
  • Sonstige: 11 Prozent (+2 Prozentpunkte)

Bei der Bundestagswahl im Jahr 2025 hatte das BSW noch 4,98 Prozent der Zweitstimmen erhalten, die FDP lag bei 4,3 Prozent. Beide Parteien ringen mit innerparteilichen Konflikten und haben bei den Landtagswahlen im September nur geringe Aussichten auf Mandate in Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern. Bereits im März hatten beide den Einzug in die Parlamente von Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz verfehlt.

Auch bei der zugeschriebenen Problemlösungskompetenz nähern sich Union und AfD an. CDU und CSU verlieren einen Punkt und kommen auf 16 Prozent, die AfD gewinnt einen Punkt und erreicht 13 Prozent bei der Frage, welche Partei „mit den Problemen in Deutschland am besten fertig“ wird. Die Grünen folgen mit 8 Prozent, ebenfalls ein Punkt mehr als in der Vorwoche. Die SPD wird unverändert nur von 4 Prozent genannt, die Linke von 3 Prozent. 53 Prozent trauen keiner Partei eine besondere Problemlösungskompetenz zu.

Für Kanzler Merz hält die Erhebung besonders schlechte Werte fest. Nur noch 20 Prozent der Befragten sind „mit der Arbeit von Bundeskanzler Merz zufrieden“. Das sind drei Punkte weniger als in der Vorwoche. Der Anteil der Unzufriedenen steigt zugleich um drei Punkte auf 78 Prozent und erreicht damit einen Höchststand.

Selbst unter den Wählern von CDU und CSU ist die Zustimmung zu Merz nur noch knapp mehrheitlich: 57 Prozent sind zufrieden, 42 Prozent unzufrieden. Unter SPD-Anhängern liegt der Anteil der Unzufriedenen bei 71 Prozent, unter Grünen-Anhängern bei 87 Prozent. Bei Anhängern der Linken und der AfD sind es jeweils 96 Prozent.

Zufriedenheitswerte von Merz halbiert

Seit Juni haben sich die Zufriedenheitswerte von Merz damit mehr als halbiert. Damals waren im Schnitt noch 42 Prozent mit ihm zufrieden. Laut RTL/ntv wurden derart schlechte Werte für Merz zu keinem Zeitpunkt für Olaf Scholz (SPD) gemessen, auch nicht in dessen erstem Amtsjahr.

Mit Blick auf die Wirtschaft sinkt der Optimismus weiter. Nur noch 13 Prozent der Befragten erwarten eine Verbesserung der wirtschaftlichen Verhältnisse in Deutschland, nach 15 Prozent in der Vorwoche. Unverändert 66 Prozent gehen von einer Verschlechterung aus. 18 Prozent rechnen mit keiner Veränderung.

In einer Sonderumfrage trauten nur 27 Prozent der Bundesregierung zu, „die derzeit schwierige wirtschaftliche Lage in Deutschland zu bewältigen“. 72 Prozent trauen Schwarz-Rot das nicht zu. Selbst unter Unionsanhängern äußerten nur 56 Prozent Zuversicht. Unter SPD-Anhängern ist mit 62 Prozent eine Mehrheit optimistisch.

Bei den wichtigsten Themen nannten 51 Prozent der Befragten den Iran-Krieg. Es folgen die wirtschaftliche Lage mit 38 Prozent, die Spritpreise mit 19 Prozent und die Bundesregierung fanden 17 Prozent wichtig. Ebenfalls zweistellig genannt wurden der Ukraine-Krieg mit 15 Prozent, die Situation in den USA mit 12 Prozent, Kriege und Konflikte allgemein mit 11 Prozent sowie die Reform der Krankenkassen mit 10 Prozent. Der in der Ostsee gestrandete Wal kam auf 9 Prozent, Zuwanderung und Klima auf jeweils 5 Prozent.

Die Daten für das RTL/ntv-Trendbarometer wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag von RTL Deutschland vom 31. März bis 2. April erhoben. Die Datenbasis umfasst 1503 Befragte. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei plus/minus 2,5 Prozentpunkten. Die Sonderumfrage zur wirtschaftlichen Lage wurde vom 1. bis 2. April unter 1009 Befragten erhoben. Die statistische Fehlertoleranz liegt hier bei plus/minus 3 Prozentpunkten.

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