Unbekannte Täter haben in der Nacht zum Freitag ein israelisches Restaurant in München angegriffen und mehrere Fensterscheiben zerstört. Sowohl die Polizei als auch der Betreiber gehen von einem antisemitischen Motiv aus. Der Staatsschutz, der für Taten mit möglichem politischen Hintergrund zuständig ist, hat die Ermittlungen aufgenommen. Verletzt wurde bei dem Anschlag niemand, die Täter entkamen unerkannt.

Gegen 00.45 Uhr meldeten Zeugen drei laute Knallgeräusche an dem Lokal in der Maxvorstadt. „Nach derzeitigem Ermittlungsstand wurden die Schaufensterscheiben gewaltsam beschädigt und pyrotechnische Gegenstände in das Restaurant geworfen“, teilte die Polizei München mit. „Um welche Art es sich dabei handelte, ist Gegenstand der Ermittlungen.“ Die eintreffende Streife stellte fest, dass Fensterscheiben an drei Stellen defekt waren. Den Sachschaden schätzte die Polizei auf mehrere Tausend Euro.

Nach dem Terrorüberfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 und dem folgenden Gaza-Krieg ist die Zahl antisemitischer Vorfälle in Bayern nach Angaben der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (Rias) stark gestiegen. Auch das betroffene Restaurant war bereits Ziel geworden: Nach dem 7. Oktober 2023 klebte jemand einen Aufkleber mit dem propalästinensischen Slogan „Free Palestine“ an eine Fensterscheibe. Die Polizei wurde eingeschaltet, die Hintergründe blieben allerdings unklar.

Zerbrochene Scheibe an dem israelischen Restaurant

Der Angriff kam nach Angaben des Restaurantmitarbeiters Grigori Dratva, Schwager des Betreibers, ohne Vorwarnung. „Es gab keine direkten Drohungen“, sagte er. Das Restaurant werde seit 2007 von seinem Schwager betrieben. „Wir haben uns eigentlich in München immer sehr sicher gefühlt.“ Am Donnerstagabend war das Lokal bis 23 Uhr geöffnet gewesen. Als die Täter zuschlugen, hatte es bereits geschlossen.

Restaurant öffnet trotz Angriff wieder

Trotz des Anschlags kündigte Dratva an, das Lokal nicht zu schließen. „Wir werden auch heute wieder öffnen“, sagte er am Morgen nach der Tat. „Wir lassen uns nicht einschüchtern. Wir machen auf.“ Die Scheiben des Restaurants, das im Innenbereich etwa 70 Plätze für Gäste anbietet, wurden provisorisch verklebt und sollen später repariert werden.

Auch Dratva vermutet, dass die Täter politisch motiviert waren. „Wir wollen natürlich nichts erfinden, niemandem was unterstellen, aber wir sind natürlich ein sichtbares israelisches Lokal, und da liegt halt die Vermutung nahe“, sagte er.

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