- Nach dem Ende der E-Auto-Förderung 2023 reagieren Autohändler zurückhaltend auf die neue Förderpläne.
- Europäische Hersteller dominieren mit rund 77 Prozent die Neuzulassungen von E-Autos in Deutschland.
- Laut Verband der Automobilhändler verfehlt die Förderung die Kaufrealität von Geringverdienern.
Ende 2023 nahm die E-Auto Förderung unter der Ampelregierung ein abruptes Ende. Vielleicht hängt die noch zaghafte Freude der Autohändler über die neue Förderung auch damit zusammen.
Burkhard Weller vom Verband der Automobilhändler in Deutschland beobachtet in seinen 42 Autohäusern, wie zaghaft an die mögliche Förderung herangegangen wird. Er ärgert sich über die Mär, dass ausschließlich billige asiatische Hersteller von der Förderung profitieren werden. Der Anteil chinesischer Autos am deutschen Markt liege derzeit lediglich bei fünf bis sechs Prozent und werde aus seiner Sicht aktuell etwas überbewertet.
Europäische E-Autos dominieren Markt
Das bestätigt auch Beatrix Keim vom Center Automotive Research in Duisburg. Sie hebt hervor, dass das in den letzten Monaten am günstigsten erhältliche E-Auto ein Modell der Marke Dacia aus der französischen Renault-Gruppe gewesen sei: "Wenn man die Höchstförderung von 6.000 Euro plus eine Förderung von etwa 5.000 Euro von Dacia selbst ansetzen konnte, musste man für den Dacia Spring nur noch ungefähr 7.500 Euro bezahlen."
Auch die Zahlen der Neuanmeldungen von E-Fahrzeugen in Deutschland geben Hinweise auf die Marktanteile. Keim zufolge zeigen die Neuzulassungszahlen von E-Fahrzeugen, dass ein Großteil der batterieelektrischen Fahrzeuge – rund 77 Prozent – aus europäischer Produktion stammt, insbesondere von Herstellern wie Stellantis, Renault sowie deutschen Konzernen.
Förderung geht an Geringverdienern vorbei
Die Neuzulassungen der Elektroautos haben sich zahlenmäßig enorm entwickelt im Laufe der letzten Monate. Im Februar waren es noch circa 46.000. Im März schon 70.000.
Ein Zulauf, den auch die deutschen Konzerne merken. Burkhard Weller vom Verband der Automobilhändler erwartet, dass die Förderung vor allem von Menschen genutzt wird, die sich die günstigeren Modelle Leisten wollen.
Für ihn geht die Förderung an den Kaufgewohnheiten der Geringverdiener vorbei. "Darum hatten wir als Verband gefordert, dass junge Gebrauchtwagen gefördert werden, denn das ist die Käuferschicht. Normalverdiener und Geringverdiener kaufen Jung- und Gebrauchtwagen, weil die günstiger sind." Aus Wellers Sicht wäre die Prämie dort besser aufgehoben.
Förderanträge ab Mai möglich
Aber das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz hat den Wunsch der Autohändler auf dem Schirm. Voraussichtlich ab Mai können erst mal die Förderanträge für die Neuwagen eingereicht werden. Geplant ist die Förderung bis 2029.
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