- Die Bundesregierung hat ein Förderprogramm für Ladesäulen an Mehrfamilienhäusern verabschiedet. Bis zu 2000 Euro pro Ladepunkt können finanziert werden.
- Die Verbraucherzentrale kritisiert die detaillierten Voraussetzungen. So müssen mindestens sechs Stellplätze elektrifiziert werden.
- Ein eigener Stellplatz ist außerdem zwingende Voraussetzung für das Förderprogramm.
Eine private Ladesäule fürs Elektroauto war bislang vor allem an Einfamilienhäusern üblich. Künftig soll es auch an Mehrfamilienhäusern mehr private Lademöglichkeiten geben. Die Bundesregierung stellt dafür ab heute 500 Millionen Euro bereit.
Bis zu 2.000 Euro Förderung für Ladepunkte
Ein Ladepunkt könne mit bis zu 2.000 Euro gefördert werden, sagt Conrad Hammer von NOW, der Nationalen Organisation für den Wandel in der Mobilität: "Das Ziel dieser Förderung ist letztlich, dass Menschen auch ohne, dass sie im Eigenheim wohnen, wo sie eine Photovoltaik-Anlage haben, vielleicht einen Speicher haben, einfach laden können. Das Laden am eigenen Stellplatz, hier am eigenen Stellplatz am Mehrfamilienhaus ist deutlich wirtschaftlicher und günstiger als das Laden im öffentlichen Raum."
Der eigene Stellplatz, zum Beispiel in einer Tiefgarage, ist ausdrücklich Voraussetzung für die Förderung. Den Antrag müssen die Eigentümer stellen. Hat ein Haus mehrere Eigentümer, müssen diese die Elektrifizierung mehrheitlich beschließen.
Kritik: Mindestens sechs Stellplätze müssen elektrifiziert werden
Der Bundesverband der Verbraucherzentralen begrüßt das Programm grundsätzlich. Mobilitätsexperte Gregor Kolbe wendet allerdings ein, es sei wegen sehr detaillierter Voraussetzungen nicht perfekt: "Es müssen mindestens sechs Stellplätze elektrifiziert werden in einem Mehrfamilienhaus oder zwanzig Prozent der vorhandenen Stellplätze. Das bedeutet, kleine Häuser, kleine Mehrfamilienhäuser bleiben schon mal von vornherein raus, weil sie teilweise weniger als sechs Stellplätze haben."
Bei großen Häusern müssten schon von vornherein sehr viele Wohnungseigentümer gefunden werden, die für die Maßnahme seien, so Kolbe weiter. Das sei problematisch; deshalb hätte man sich deutlich geringere Mindestzahlen gewünscht.
Mieter ohne eigenen Stellplatz gehen leer aus
Weniger kritisch blickt der Verband der Immobilienverwalter auf das Förderprogramm. Geschäftsführer Martin Kaßler sagt, es gehe darum, möglichst schnell möglichst viele Ladepunkte zu schaffen.
Profitieren könnten von der Förderung am Ende auch Mieter: "Der Mieter muss den Anspruch bei seinem Vermieter anmelden. Und sofern eine Stellfläche vorhanden ist, kann er auf seinen Vermieter zugehen und sagen: Ich möchte gerne eine Ladesäule haben. Und dann kann natürlich der Vermieter auch dieses Programm beantragen. Es ist erstmal frei, ob das ein Mieter hinterher nutzt oder ein Wohnungseigentümer."
Leer gehen bei der Förderung all jene aus, deren Wohnhaus über keine eigenen Stellplätze verfügt. Sie bleiben weiterhin auf öffentliche Ladesäulen an Supermärkten, vor Cafés oder auf öffentlichen Parkplätzen angewiesen. Dort sind die Ladetarife teurer und können schwanken – wenn auch nicht ganz so stark wie der Spritpreis an einer klassischen Tankstelle.
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