Die US-Regierung geht davon aus, dass Irans Fußballnationalmannschaft zur bevorstehenden Weltmeisterschaft in die USA einreisen wird. Das sagte ein hochrangiger Regierungsvertreter am Donnerstag dem Axel Springer Global Reporters Network, zu dem auch WELT gehört.

Andrew Giuliani, Exekutivdirektor der Fifa-World-Cup-Taskforce des Weißen Hauses, erklärte in einem Interview, dass US-Vertreter trotz der anhaltenden geopolitischen Spannungen und des Ausbleibens eines umfassenderen diplomatischen Durchbruchs zwischen Washington und Teheran mit einer Teilnahme Irans rechnen.

„Ich werde nicht für die iranische Mannschaft sprechen, aber ich kann sagen, dass der Präsident, wenn ich mit ihm gesprochen habe, die iranische Mannschaft hierher eingeladen hat“, sagte Giuliani. „Der Fifa-Präsident hat, glaube ich, gestern erklärt, dass sie kommen werden. Also erwarten wir sie hier.“

Giulianis Äußerungen sind ein optimistisches Signal nach Wochen der Unsicherheit über Irans Teilnahme an dem Turnier, das von den USA, Mexiko und Kanada ausgerichtet wird und das durch den anhaltenden Krieg zwischen den USA und Iran überschattet wurde.

Iran hatte beantragt, seine Spiele nach Mexiko zu verlegen; die Fifa lehnte den Antrag ab.

+++ Alle Entwicklungen zur Lage im Iran finden Sie in unserem Liveticker +++

Giuliani fügte hinzu, dass die Regierung damit rechne, dass Iran bis zum 10. Juni für sein Trainingslager in Tucson, Arizona, in die USA komme und anschließend nach Los Angeles zu Spielen gegen Neuseeland und Belgien reise, bevor es weiter nach Seattle gehe, wo die Mannschaft auf Ägypten treffen werde. „Wir erwarten sie Anfang Juni in Tucson und dann zu Spielen in L.A. und Seattle“, sagte er.

Präsident Donald Trump äußerte sich zu dieser Frage widersprüchlich. Zunächst sagte er POLITICO: „Es ist mir wirklich egal“, ob Iran am Turnier teilnehme. Anschließend merkte er an, dass es für die Sicherheit der Iraner besser sei, wenn sie nicht teilnähmen. Fifa-Präsident Gianni Infantino, ein Verbündeter Trumps, bemühte sich in stiller Pendeldiplomatie, sicherzustellen, dass das Turnier wie geplant stattfinden kann.

Auch wenn Giulianis Äußerungen als positives Zeichen zu sehen sind, bleiben erhebliche Hürden bestehen. Bislang haben die beiden Länder keinen Friedensdeal geschlossen.

Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt beim ursprünglichen Autor. Die erneute Veröffentlichung dieses Artikels dient ausschließlich der Informationsverbreitung und stellt keine Anlageberatung dar. Bei Verstößen kontaktieren Sie uns bitte umgehend. Wir werden bei Bedarf Korrekturen oder Löschungen vornehmen. Vielen Dank.