Ein Angreifer hat in Kiew mindestens sechs Menschen erschossen und in einem Supermarkt Geiseln genommen. Der Mann wurde von Polizisten erschossen, wie Behördenvertreter in der ukrainischen Hauptstadt mitteilten.
Innenminister Ihor Klymenko schrieb in den sozialen Medien, dass Spezialeinheiten der Polizei den Supermarkt gestürmt hätten, nachdem Versuche der Kontaktaufnahme gescheitert seien. Der Verdächtige sei dann getötet worden, als er sich der Festnahme widersetzt habe.
Nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko ereignete sich der Vorfall am Samstag im Kiewer Bezirk Holossijiw. Der Angreifer habe zunächst vier Passanten auf der Straße getötet und daraufhin einen Supermarkt betreten, wo er eine fünfte Person erschossen habe, sagte Innenminister Klymenko später am Tatort vor Reportern. Klitschko ergänzte, ein sechstes Opfer – eine junge Frau – sei zu einem späteren Zeitpunkt im Krankenhaus ihren Verletzungen erlegen.
Ukraines Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte noch von fünf Toten gesprochen, als er sich via X äußerte. Zudem gebe es zehn Verletzte. Sie seien nach der Gewalttat wegen Verletzungen oder erlittener Traumata ins Krankenhaus eingeliefert worden. Vier Geiseln seien aus der Gewalt des Mannes befreit worden.
Klymenko zufolge hatten Polizeiverhandler etwa 40 Minuten lang mit dem Angreifer gesprochen, ehe die Einsatzkräfte das Gebäude stürmten.
„Wir haben versucht, ihn zu überreden, da wir wussten, dass sich vermutlich eine verletzte Person im Inneren befand. Wir boten sogar an, Tourniquets (Aderpressen) zu bringen, um die Blutung zu stoppen, aber er reagierte nicht“, sagte Klymenko. „Daraufhin wurde der Befehl gegeben, ihn zu neutralisieren.“
Der Mann war den Angaben zufolge mit einem Karabinergewehr bewaffnet, das legal registriert war. Im Dezember 2025 habe er sich an die zuständigen Behörden gewandt, um die Waffe testen zu lassen, da die Lizenz bald auslaufen würde. Er habe ein medizinisches Attest vorgelegt und einen Antrag auf Verlängerung seiner Waffenlizenz gestellt, sagte Klymenko. Ermittlungen sollten nun klären, welche medizinische Einrichtung das Attest ausgestellt habe.
Selenskyj erklärte, „alle Umstände“ der Gewalttat würden nun ermittelt. Er forderte eine „schleunige Untersuchung“. Den Hinterbliebenen der Opfer sprach der Präsident sein Beileid aus.
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