Die Anti-Terror-Einheit der Londoner Polizei hat im Zuge der Ermittlungen zu Brandanschlägen auf jüdische Einrichtungen sieben weitere Personen festgenommen.
Den Verdächtigen wird laut Scotland Yard eine Verschwörung zur Durchführung eines weiteren Anschlags auf die jüdische Gemeinschaft vorgeworfen. Das konkrete Ziel sei bislang nicht bekannt. Die Ermittler schließen nicht aus, dass die Taten von der iranischen Regierung in Auftrag gegeben wurden. Bei einer weiteren Festnahme ist bislang unklar, inwieweit sie in Zusammenhang mit den Brandangriffen steht.
Bei den Festgenommenen handelt es sich um Männer und Frauen im Alter zwischen 24 und 59 Jahren. Die Metropolitan Police spürte sie in den vergangenen achtundvierzig Stunden in der Grafschaft Hertfordshire nahe London sowie in der Nähe von Birmingham auf. Mit den jüngsten Festnahmen erhöht sich die Zahl der im Zusammenhang mit der Anschlagsserie festgenommenen Personen auf 23.
Die Festnahmen reihen sich ein in eine Serie von Angriffen auf jüdische Einrichtungen in der britischen Hauptstadt. Erst vor wenigen Wochen waren Krankenwagen eines jüdischen Rettungsdienstes in dem Londoner Vorort Golders Green bei einem Brandanschlag zerstört worden. Mehrere Verdächtige wurden in diesem Fall bereits angeklagt. Am Wochenende kam es zudem zu einem Brandanschlag auf eine Synagoge im Nordwesten Londons. Ein 17-Jähriger bekannte sich am Dienstag schuldig, die Tat begangen zu haben.
„Wir werden nicht ruhen, bis alle Verantwortlichen für diese Taten zur Rechenschaft gezogen werden“, sagte Vicki Evans, Deputy Assistant Commissioner der Londoner Polizei. Seit dem Brandanschlag auf den jüdischen Rettungsdienst seien insgesamt 23 Personen im Zusammenhang mit der Anschlagsserie festgenommen worden.
Iranische Regierung als möglicher Auftraggeber
Die Ermittler prüfen eine brisante These: Teheran könnte hinter den Anschlägen stehen und Kriminelle als Stellvertreter nutzen. Die iranische Regierung setze regelmäßig auf diese Taktik, erklärte Evans. „Wir prüfen, ob diese Taktik hier in London angewandt wird – die Rekrutierung von Gewalt als Dienstleistung.“
Die meisten Vorfälle habe eine Gruppe namens Harakat Ashab al-Jamin al-Islamia für sich reklamiert, so die Ermittler. Die tatsächliche Ausführung der Anschläge könnten jedoch Kriminelle ohne ideologische Motivation gegen Geld übernommen haben. Diese Vorgehensweise würde es staatlichen Akteuren ermöglichen, Anschläge in Auftrag zu geben, ohne direkt in Erscheinung zu treten.
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