Der Bewerber für den FDP-Vorsitz Wolfgang Kubicki hält gemeinsame parlamentarische Abstimmungen mit der AfD für unproblematisch. „Ich kenne keine Brandmauer“, sagte der frühere Bundestags-Vizepräsident im Podcast „Meine schwerste Entscheidung“ der Funke Mediengruppe. „Ich würde keinem AfD-Antrag zustimmen, aber ich würde meine Anträge nicht davon abhängig machen, dass die AfD zustimmen könnte“, sagte Kubicki. „Würde ich das tun, wie dumm ist das denn, würde ich die komplette Agenda der AfD in die Hand geben.“ Die Brandmauer stehe „weder in der Verfassung noch ist sie gesetzgegeben“, führte er aus. Er werde daher auch nicht Veranstaltungen meiden, auf denen AfD-Politiker auftreten.

Eine Koalition mit der AfD schloss Kubicki aus. Auf die Frage, ob er eine neue Protestpartei aufbauen wolle, sagte der Liberale: „Jede Partei ist auch Protestpartei.“ Er müsse aber keine neue Partei aufbauen. Die FDP sei nicht tot, sondern müsse einfach neu aufgeladen werden – „und zwar mit Selbstbewusstsein, und nicht dauernd in Abgrenzung von anderen“.

Auslöser für seine Kandidatur für den FDP-Vorsitz sei gewesen, dass Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) die FDP nach den jüngsten Landtagswahlen für tot erklärt habe. „Und in der Sekunde habe ich gedacht, ich wiederhole das jetzt hier auch so, weil das wirklich der Gedanke war: Du Eierarsch, Dir werde ich das zeigen!“, sagte der 74-Jährige. Alle Kräfte, die er noch in sich habe, „die haben sich dann aufgebäumt“.

Kubicki kandidiert beim FDP-Parteitag im Mai für die Nachfolge des scheidenden Bundesvorsitzenden Christian Dürr. Kubickis Gegner ist NRW-Landeschef Henning Höne. Bei der vorgezogenen Bundestagswahl im Februar 2025 hatte die FDP es nicht mehr in den Bundestag geschafft, der damalige Parteichef Lindner zog sich aus der Politik zurück.

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