Ein von der US-Botschaft in Luxemburg veröffentlichtes Foto sorgt für Irritationen. Die Aufnahme wurde von der Botschaft auf Instagram veröffentlicht und zeigt einen Empfang mit hochrangigen Vertretern aus Luxemburg und den USA in New York. Auf dem Bild fehlt jedoch offenbar eine Person, die auf dem Originalfoto zu sehen war. Darüber berichtet die luxemburgische Zeitung „Tageblatt“.
Entstanden ist das Foto Mitte April bei der Verleihung des Luxembourg-American Chamber of Commerce Award. Auf der Version des Instagram-Accounts der US-Botschaft sind darauf unter anderem in rotem Kleid die US-Botschafterin Stacey Feinberg, rechts von ihr der luxemburgische Außenminister Xavier Bettel und in der Mitte sitzend der luxemburgische Großherzog Guillaume V. zu sehen. Rechts von ihm sitzt Finanzminister Gilles Roth.
Der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ) erklärte der Chefredakteur des „Tageblatts“ Armand Back: „Dieses Foto ist mir gleich ins Auge gesprungen.“ Er habe in das Bild hineingezoomt und dabei einen „Mann ohne Schulter und Arm“ entdeckt. Gemeint ist damit der dunkelhäutige Mann im Hintergrund.
Mittels einer Foto-Rückwärts-Suche habe er schließlich das Originalfoto auf der Website des Wirtschaftsmagazins „Paperjam“ gefunden. Im Vergleich zur von der Botschaft veröffentlichten Version sind darauf im Hintergrund ein weiterer Mann und vor allem im Vordergrund in der Mitte eine lachende Frau zu sehen.
Bei der wegretuschierten Frau handelt es sich um Cynthia Stroum, die von Dezember 2009 bis Januar 2011 US-Botschafterin in Luxemburg war. Warum die US-Botschaft seine ehemalige Botschafterin aus dem Foto wegretuschiert hat, bleibt unklar. Dem „Tageblatt“ zufolge beschrieb die Auslandsvertretung das Vorgehen als im „Rahmen unserer Praxis des Social Media-Content-Managements“. Auf die Frage, ob die Botschaft regelmäßig Fotos verändere, habe sie nicht geantwortet.
Das Originalfoto auf der Webseite des Magazins „Paperjam“Sowohl Luxemburgs Außen- als auch das Finanzministerium teilten mit, dass ihre Minister nichts von der Bearbeitung des Fotos gewusst hätten. Beide Ministerien stellten klar, dass sie selbst keine Fotos „inhaltlich retuschieren“ würden.
Stroum gilt als umstrittene Person. Während der Amtszeit von Cynthia Stroum habe es in Washington eine „große Unzufriedenheit“ über die „Dysfunktionalität der Botschaft“ gegeben.
2011 berichtete die US-Nachrichtenagentur AP über ein internes Memo im Außenministerium, das Stroum einen „unangemessenen Führungsstil“ und das Fehlen einer klaren strategischen Ausrichtung attestierte.
Auch habe die Botschaft während ihrer Amtszeit unzulässige Ausgaben getätigt – darunter eine eilig am Ende des Jahres eingereichten Rechnung über 3400 US-Dollar für Wein und Spirituosen.
Einzelne Mitarbeiter hätten laut „Tageblatt“ gar von einem „Klima der Einschüchterung“ gesprochen und um Versetzungen in andere Einsatzgebiete gebeten.
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