Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) verteidigt die geplante Reform des Programms „Demokratie leben“. „Die Zivilgesellschaft sind nicht nur die, die sozusagen von linker Seite eine bürgerliche Regierung kritisieren“, sagte die CDU-Politikerin in Berlin. Die Zivilgesellschaft bestehe aus den 27 Millionen Menschen, die sich in Deutschland ehrenamtlich engagierten.

Viele der über „Demokratie leben“ geförderten Initiativen machten eine gute Arbeit „unter sehr schweren Bedingungen zum Teil in Regionen, wo das Leben schwer geworden ist“, nicht nur im Osten, sondern zum Beispiel auch im Ruhrgebiet. Aber „die Überheblichkeit zu glauben, dass der Bestand dieses demokratischen Systems gerettet werden könnte über die wenigen, zum Teil extrem selbstreferenziellen Gruppen, die bei ‚Demokratie leben‘ gefördert werden, das ist wirklich absurd.“

Als neue Ministerin einer neuen Regierung habe sie einen „etwas anderen Ansatz als der meiner Vorgängerin“, der Grünen Lisa Paus. „Ich bin zum Beispiel auch richtig allergisch, so habe ich es heute auch in einer Mitarbeiterbesprechung gesagt, gegen identitätspolitische Ansätze, die sich in diesem Programm durchaus wiederfinden“, ergänzte Prien.

Grüne, Linke und SPD kritisieren Kürzungen bei „Demokratie leben“

Das Programm „Demokratie leben!“ fördert seit 2014 Hunderte Projekte für Demokratie und zur Abwehr von Extremismus, Rassismus und Antisemitismus. Dieses Jahr stehen rund 190 Millionen Euro zur Verfügung. Prien hat angekündigt, dass die Förderung von rund 200 von insgesamt mehreren Hundert Projekten zum Jahresende auslaufen soll. Kritik äußerten nicht nur Grüne und Linke, sondern auch der Koalitionspartner SPD.

Prien kündigte jetzt an, dass bis Ende Juni neue Förderrichtlinien vorliegen sollten. Dann könnten sich die Initiativen neu bewerben. Sie gehe davon aus, dass viele dies auch tun würden, sagte die CDU-Politikerin. Sie äußerte sich bei einer Diskussionsveranstaltung des Medienhauses Correctiv.

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