Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat die Fortschritte der Bundeswehr gelobt, aber zu weiteren Anstrengungen für die Abschreckungs- und Verteidigungsfähigkeit aufgerufen. „Die gesamte Bundeswehr befindet sich im Umbruch. Wir müssen im Hier und Heute abschreckungs- und verteidigungsbereit sein, fähig zum ‚Fight Tonight‘“, sagte der Kanzler bei einem Truppenbesuch im niedersächsischen Munster. „Gleichzeitig müssen wir uns auf die Herausforderungen von morgen und übermorgen vorbereiten. Dies wird mit weiter größten Kraftanstrengungen verbunden sein.“
Merz betonte die Bedeutung des transatlantischen Militärbündnisses mit den USA ausdrücklich. Auf die Ankündigung einer möglichen Reduzierung von US-Truppen in Deutschland durch Präsident Donald Trump ging er aber nicht näher ein. „Was die Bundeswehr hier in Munster leistet, ist nicht nur eindrucksvoll, sondern es ist ein wichtiger und unverzichtbarer Beitrag zu einer starken, einigen Nato“, sagte Merz. Dies werde in Munster aber auch an anderen strategisch wichtigen Standorten in Deutschland Seite an Seite mit den USA und den Bündnispartnern in der gesamten Nato geleistet.
Es sei ein gutes Zeichen, dass erst am Vortag der Kommandierende General der US-Streitkräfte in Europa und Afrika nach Munster gekommen sei. Merz sagte: „Denn diese Arbeit leisten wir eben Schulter an Schulter zum gegenseitigen Nutzen und in tiefer transatlantischer Verbundenheit.“
Die USA prüfen nach Aussage von Trump eine mögliche Reduzierung ihrer Truppen in Deutschland. Eine Entscheidung solle in Kürze getroffen werden, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Die Ankündigung folgt auf Trumps deutliche Kritik an Merz, weil dieser sich kritisch über die US-Offensive gegen den Iran geäußert hatte.
Nach Daten des US-Verteidigungsministeriums waren im Dezember 2025 gut 68.000 amerikanische Soldaten dauerhaft auf europäischen Stützpunkten stationiert. Mehr als die Hälfte davon, etwa 36.400, befanden sich in Deutschland. Zum Vergleich: Vor dem Fall der Berliner Mauer und dem Ende des Kalten Krieges 1985 waren es noch 250.000 Soldaten gewesen.
Merz fordert Iran auf, Atomprogramm zu beenden
Zum Iran-Krieg sagte der Kanzler, dass die iranische Blockade der Straße von Hormus jetzt schnell beendet werden müsse. „Wenn Hormus blockiert bleibt, hat das massive wirtschaftliche Schäden für uns alle.“ Der Kanzler kündigte zugleich an: „Wenn die entsprechenden Voraussetzungen gegeben sind, dann steht Deutschland bereit, sich auch militärisch zu engagieren, um die Freiheit der Seewege zu gewährleisten.“
Der Iran müsse an den Verhandlungstisch kommen, forderte Merz. „Er darf nicht länger die ganze Region und letztendlich die ganze Welt zur Geisel nehmen.“ Das militärische Nuklearprogramm des Iran müsse beendet werden. Und es dürfe auch keine Angriffe mehr gegen Israel und andere deutsche Partner in der Region geben.
„Zu allen diesen Fragen stehen wir in einem engen und vertrauensvollen Kontakt mit unseren Partnern auch und gerade in Washington“, bekräftigte der Kanzler. „Wir tun das im gemeinsamen transatlantischen Interesse, wir tun es mit gegenseitigem Respekt und fairer Lastenteilung.“
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